The Lucky One – Für immer der Deine (2012)

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ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

The Lucky One, USA 2012 101 Min • Mit: Zac Efron, Taylor Schilling, Blythe Danner, Jay R. FergusonRegie: Scott HicksFSK: Ab 12 JahrenKinostart: 26.04.2012Deutsche Website

Handlung

Der junge US-Marine Logan Thibault (Zac Efron) überlebt wie durch ein Wunder ein verheerendes Feuergefecht und eine Minenexplosion. Sein Leben ha er, seiner Ansicht nach, dem Foto eines jungen blonden Frau zu verdanken, auf dessen Rückseite die Worte „Keep safe“ stehen. Das Foto fand er im Schutt nach einem Gefecht und trägt dieses nun immer bei sich – als seinen persönlichen Schutzengel. In der Tat überlebt er auch weitere gefährliche Situationen und kehr nach seinem dritten Kampfeinsatz im Irak nach Hause in Colorado zurück. Dort angekommen, will ihm sein Schutzengel nicht aus dem Kopf gehen. Mithilfe weniger Hinweise auf dem Foto macht er sich mittels Online-Datenbanken auf die Suche. Seine Recherchen bringen ihn in eine Kleinstadt in Louisiana, wohin er von Colorado mit seinem treuen Hund Zeus zu Fuß geht. Dort angekommen findet er schnell die junge Frau, Beth (Taylor Schilling), die sich als frisch geschiedene, alleinerziehende Mutter erweist, die erst vor Kurzem ihren Bruder im Irakkrieg verloren hat. Beth lebt zusammen mit ihrer Großmutter (Blythe Danner) und betreibt mit ihr eine Hundeschule. Logan findet nicht den Mut, ihr die Wahrheit zu sagen und heuert zunächst bei der Hundeschule an. Trotz anfänglichem Misstrauen, öffnet sich Beth bald dem jungen Mann und eine zarte Romanze blüht auf. Doch die Liebe wird durch Logans Geheimnis und Beths labilen Ex-Mann bedroht, der in der Kleinstadt als Polizist arbeitet.

Kritik

The Lucky One ist vorprogrammiertes Erfolgskino, wie es nur sein kann. Nicholas Sparks, wohl einer der bekanntesten Schnulzenautoren der letzten Jahre, hat bereits Vorlagen für erfolgreiche Romanzen wie Das Leuchten der Stille (OT: Dear John), Mit Dir an meiner Seite (OT: The Last Song) und Message in a Bottle geliefert. Insgesamt sechs seiner Bücher fanden ihren Weg auf die Leinwand in den letzten zwölf Jahren, meist mit solidem finanziellem Erfolg, wenn auch nur selten mit guten Kritiken. Bedenkt man die Beliebtheit seiner Bücher bei Frauen, sowie die Tatsache, dass die Hauptrolle von keinem Geringerem als dem ehemaligen Disney-Star und Frauenschwarm Zac Efron gespielt wird, bedarf es wohl keinen Hellseher, um auch diesem Film Erfolg vorherzusagen. Da dies wohl allen Beteiligten klar war, hat man sich anscheinend auch nicht sonderlich bemüht, einen wirklich guten Film zu erschaffen.

Denn was hier geboten wird, ist ein 08/15 romantisches Drama. Die Verfilmungen von Nicholas Sparks Romanen haben noch nie durch viel Originalität geglänzt. In der Tat scheint oft weniger Kreativität in diese Werke geflossen zu sein als in manch eine Horrorfilm-Fortsetzung. Was aber nicht bedeutet, dass sie allesamt schlecht sind. Wie ein einziger Tag (OT: The Notebook) avancierte zu Recht zu einem Überraschungshit und gilt als eine der besseren modernen romantischen Geschichten. Zwar bietet dort die Story auch wenig Neues, aber sehr engagierte Darsteller (Ryan Gosling, James Garner, Gena Rowlands und Rachel McAdams) und die spürbare Chemie zwischen den Hauptcharakteren gleicht dies größtenteils aus. Leider ist dies eher die Ausnahme und The Lucky One erinnert da schon eher an Das Lächeln der Sterne (OT: Nights in Rodanthe) oder Mit Dir an meiner Seite (OT: The Last Song). Wie schon erwähnt, laufen alle diese Filme nach gleichem Muster ab. Ein ungleiches oder vorbelastetes Paar erlebt die Zeit der großen Liebe, dann kommt ein Zerwürfnis und am Ende stirbt irgendjemand. The Lucky One beinhaltet all dies. Dazu bekommt man noch das komplette Programm der visuellen Szenengestaltung, welche wohl eine gute Romanze ausmachen soll. Wir sehen eine endlose Anzahl an sonnendurchfluteten Szenen, Sonnenaufgänge und Untergänge, Sonnenstrahlen, die durch Jalousien hindurchstrahlen, eine Montage von einem verliebten Paar in einem Ruderboot (und natürlich sehr viel goldiger Sonne) und eine leidenschaftliche Szene in einer Outdoor-Dusche.  Dazu gibt es natürlich Zac Efrons nackten Oberkörper oft genug zu sehen, um die Mädels zum Schwärmen zu bringen, wobei es anscheinend auch ausreicht, dass er Säcke mit Hundefutter hievt – bei diesem Anblick bekommt Beth beim Geschirr-Spülen fast einen Orgasmus. Die Filmemacher setzen darauf, dass diese Elemente bereits eine gelungene Romanze ausmachen.

Zugegeben, die Bilder sind schön. Sie lassen aber keine Emotionen aufkommen und die fehlende Chemie zwischen Efron und Schilling hilft dabei nicht weiter. Efron ist sicherlich seit seinen Kinderzeiten herangereift, aber man kann wohl keine sonderlich gue schauspielerische Leistung abliefern, wenn man Sätze von sich geben muss wie: „Du solltest jeden Tag geküsst werden, jede Stunde, jede Minute“. Auch Schilling kann ihrem Charakter keine Tiefe verliehen. Die Abwesenheit ihrer Eltern im Film, wird in einer Szene von ihr durch einen Autounfall erklärt. Dies hat aber so wenig emotionale Relevanz, dass man sich am Ende des Films kaum noch daran erinnert. Jay R. Ferguson als Beths gewalttätiger und trinkender Ex-Mann ist einfach nu ein wandelndes Klischee von einem Antagonisten in einem solchen Film. In einer Szene sagt Efrons Charakter mitleidig zu ihm: „Du bist kein schlechter Mensch, Keith“. Dies sollte wohl ein Versuch sein, seinem Charakter mehr Tiefe zu verliehen. Leider kann nichts von dem, was vor dieser Szene geschieht, Efrons Aussage bestätigen. Was einem Film wie Wie ein einziger Tag u. a. geholfen hat, war, dass der Nebenbuhler von Ryan Goslings Charakter, gespielt von James Marsden, eine durchweg sympathische Figur war, was dem Film und der Hauptcharakterin mehr Konfliktpotenzial verlieh. Keith in The Lucky On eis einfach nur eindimensional. So liegt es wieder an einer Veteran-Schauspielerin die beste Performance des Films abzuliefern (wie es schon Richard Jenkins in Das Leuchten der Stille tat). Leider hat Blythe Danner zu wenig Screentime und spielt im Verlauf des Films eine immer abnehmende Rolle.

The Lucky One ist kein furchtbarer Film und seine Zielgruppe von 12-16-jährigen Mädchen wird sicherlich das eine oder andere an dem Film mögen (wohl vor allem den Herrn Efron). Für alle anderen ist es aber eine perfekt konstruierte, aber völlig seelenlose Romanze, die dem Bauplan solcher Filme folgt, welcher von zahllosen ähnlichen Filmen davor erstellt wurde.

Fazit

The Lucky One ist eine schön fotografierte, aber letztlich uninspirierte und schleppende Romanze, die kein Genreklischee auslässt und seinen Charakteren keinen Raum für Entwicklung bietet.

Trailer

https://youtu.be/U055b2ktbQU