Wonder Woman Start

© 2017 Warner Bros. Pictures

Quelle: Boxofficemojo

Nach drei Wochen in Folge mit verhältnismäßig enttäuschenden Neustarts war der nordamerikanische Markt bereit für einen neuen Riesenblockbuster und die Comicverfilmung Wonder Woman hat diese Rolle mühelos erfüllt. Der Film spielte an seinem Starttag vorgestern $38,8 Mio von 4165 Kinos ein, davon $11 Mio in den Donnerstags-Previews. Es ist der bis dato viertbeste Starttag des Jahres (nach Die Schöne und das Biest, Guardians of the Galaxy Vol. 2 und Fast & Furious 8).

Man kann den Box-Office-Start von Wonder Woman aus mehreren Perspektiven betrachten. Manch einer könnte dem Streifen vorhalten, dass er deutlich unter den vorherigen drei Filmen des DC-Kinouniversums angelaufen ist. Man of Steel, Batman v Superman: Dawn of Justice und Suicide Squad spielten jeweils $44 Mio, $64,9 Mio und $81,6 Mio am ersten Tag ein. Insofern stimmt es auch, dass Wonder Woman trotz der mit Abstand besten Kritiken unter den bisherigen Filmen des DC Extended Universe dennoch das schwächste Startwochenende haben wird. Der direkte Vergleich hinkt jedoch an mehreren Stellen. Wonder Woman hat keine Figur im Mittelpunkt, die (aktuell) eine vergleichbare Popkultur-Relevanz zu Superman, Batman oder sogar dem Joker besitzt. Außerdem kostete Wonder Woman deutlich weniger als die anderen drei DC-Filme. Das Produktionsbudget des Streifens betrug $149 Mio, während Suicide Squad $175 Mio kostete, Man of Steel $225 Mio und Batman v Superman sogar $250 Mio.

Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb der Start von Wonder Woman ein echter Triumph ist. Comicbuchverfilmungen bringen schon seit vielen Jahren den Studios satte Erträge, doch gerade bei Comic-Heldinnen hat sich das Genre zuvor nicht bewährt und blickt auf Flops wie Elektra ($24,4 Mio) und Catwoman ($40,2 Mio) zurück. Wonder Woman zeigt, dass wenn die Qualität stimmt, sich die Kinogänger auch gerne einen Superheldenfilm mit einer weiblichen Hauptfigur ansehen (wo bleibt eigentlich der Black-Widow-Film von Marvel?!). Klammert man Sequels aus, so hat Wonder Woman den sechstbesten Starttag unter allen Comic-Originalfilmen (hinter The Avengers, Suicide Squad, Deadpool, Man of Steel und Spider-Man). Wonder Woman lief also besser an als der erste Guardians of the Galaxy oder Doctor Strange. Es ist außerdem der umsatzstärkste Starttag für einen Film, der von einer Frau inszeniert wurde. Der Rekord gehörte zuvor Sam Taylor-Johnson mit Fifty Shades of Grey ($30,3 Mio am ersten Tag). Am gesamten Wochenende sollte Wonder Woman $95-100 Mio erreichen.

Die Mundpropaganda von Wonder Woman ist außerordentlich positiv. Als eine von insgesamt nur fünf DC-Verfilmungen überhaupt wurde der Film im Schnitt mit einem "A"-CinemaScore (äquivalent einer "1") bewertet. Die anderen vier waren Tim Burtons erster Batman und Christopher Nolans Dark-Knight-Trilogie. Etwa 52% der Zuschauer am Starttag waren weiblich. Es ist auch das erste Mal im modernen Marvel/DC-Filmzeitalter, dass eine große Comicverfilmung mehr Frauen als Männer zum Start in die Kinos lockt. Vor allem ein älteres Publikum fühlte sich vom Film angesprochen – 71% der Kinogänger waren älter als 25. Angesichts der positiven Reaktionen und einer verhältnismäßig ruhigen Konkurrenzlage in den nächsten Wochen sollte sich Wonder Woman deutlich besser halten als die letzten drei DC-Filmen, sodass ich ein Gesamteinspiel von mehr als $300 Mio in Nordamerika für nicht unwahrscheinlich halte. Es wäre dann die dritte DC-Adaption in Folge mit mehr als $300 Mio Umsatz in den USA und in Kanada.

Platz 2 der Charts ging an den ersten großen Animationsfilm seit dem Start von The Boss Baby vor zwei Monaten. DreamWorks' Captain Underpants profitierte vom Konkurrenzmangel mit $8 Mio von 3434 Kinos und wird am Gesamtwochenende etwa $26-28 Mio einspielen. Da der Film ein für DreamWorks ungewöhnlich niedriges Produktionsbudget von nur $38 Mio trägt, wird der Film sehr schnell profitabel werden, da er in Nordamerika alleine rund $100 Mio einnehmen sollte. Eine Fortsetzung erscheint sehr wahrscheinlich.

Auf Seite 2 findet Ihr die neusten Updates zum Einspiel von Pirates of the Caribbean: Salazars Rache, Guardians of the Galaxy Vol. 2, Baywatch und Alien: Covenant.

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