Winnie Puuh (2011) © Walt Disney Pictures

Quelle: The Hollywood Reporter

Wenn man sich den Startplan von Walt Disney Pictures für die nächsten Jahre anschaut, finden sich darauf fast ausschließlich vier Gruppen von Filmen: Marvel-Verfilmungen, Animationsfilme von Disney selbst oder von Pixar, Star-Wars-Abenteuer oder Realadaptionen von Disney-Zeichentrickklassikern. Tatsächlich fallen 17 der nächsten 20 Filme von Disney in eine dieser vier Kategorien und wie kann man es dem Studio auch verübeln, das genau dank diesen Filmen 2016 sein bislang erfolgreichstes Jahr an den Kinokassen erzielte? Wenn es funktioniert und die Zuschauer es sehen wollen, dann gibt es eben mehr. Insbesondere bei Realverfilmungen der Zeichentrickfilme von Disney, schöpft das Studio den eigenen Katalog in vollen Zügen aus. Der König der Löwen, Mulan, Aladdin, Die Schöne und das Biest und Der Zauberer und die Hexe sind nur einige dieser Realadaptionen, die uns in den nächsten Jahren erwarten, zusätzlich zu den wahrscheinlichen Sequels zu Maleficent und The Jungle Book.

Eine der ungewöhnlicheren und für mich persönlich interessanteren dieser Adaptionen stellt ein Realfilm über den honigliebenden Bären Winnie Puuh dar. Dieses auf den ersten Blick recht kuriose Projekt kündigte Disney Anfang des Jahres an und hat jetzt einen Regisseur für den Film gefunden. Marc Forster, der in den letzten Jahren hauptsächlich mit den Big-Budget-Blockbustern World War Z und Ein Quantum Trost in Erscheinung trat, seine Karriere aber mit den deutlich kleineren und von der Kritik geschätzten Filmen wie Monster’s Ball und Wenn Träume fliegen lernen begann, wird Winnie Puuh, Ferkel und alle anderen Bewohner des Hundert-Morgen-Waldes auf der Leinwand zum Leben erwecken. Wenn Ihr Euch jetzt fragt, wie zum Teufel Winnie Puuh als Vorlage für einen Realfilm dienen soll, hier ist der Ansatz für die Verfilmung:

Der Film wird den Titel Christopher Robin tragen und seinen Titelcharakter, den einst besten Freund von Winnie Puuh, als mittlerweile erwachsenen, karriereorientierten und fantasielosen Geschäftsmann zeigen, der keine Zeit für seine Frau und seine Tochter hat. Doch dann erwacht Winnie Puuh zum Leben und erinnert Christopher daran, worauf es im Leben wirklich ankommt. Wenn Euch jetzt diese Beschreibung vage vertraut vorkommt, dann erinnert sie Euch vermutlich an Steven Spielbergs Hook mit Robin Williams, der eine sehr ähnliche Herangehensweise an das Märchen wählte.

Das Drehbuch zum Film schreibt Indie-Autor Alex Ross Perry (Queen of Earth) und ich vermute, dass Forster bei Christopher Robin, im Gegensatz zu zu World War Z und seinem James-Bond-Film, mehr in seinem Element sein wird.

Die Geschichten über Winnie Puuh und seine Freunde machten einen großen Teil meiner Kindheit aus, sodass ich bis heute ein selbsterklärter Fan des schusseligen Bären bin und seinen letzten Zeichentrickfilm-Auftritt von 2011 sehr genossen habe (ernsthaft, schaut Euch den Film an, er ist cleverer als man meinen würde!). Ich hoffe also sehr, dass Disney und Forster A. A. Milnes Figuren mit der Realadaption nicht gegen die Wand fahren werden.