Quelle: HBO

Wie vermutlich die meisten von Euch, habe auch ich die unzähligen, vor Unoriginalität strotzenden Serienadaptionen von Erfolgsfilmen satt. Brauchen wir wirklich Rush Hour, Lethal Weapon und 96 Hours als Serien?!

Doch das heißt nicht, dass die Idee an sich verkehrt ist, den Plot von einem Film als Ausgangsposition für eine Serie zu nehmen, solange dies nicht hauptsächlich geschieht, um von der Popularität des jeweiligen Films zu profitieren. Und wie der Zufall es so will, ist meine meisterwartete neue Serie des Jahres ebenfalls eine Adaption eines Films. Doch in diesem Fall spricht einfach ausnahmslos alles für die Serie.

Die Rede ist von „Westworld“, HBOs Adaption von Michael Crichtons Sci-Fi-Film aus dem Jahre 1973. In diesem geht es um einen Vergnügungspark der Zukunft, in dem Besucher in die Welt des Wilden Westens eintauchen können, die von lebensechten Androiden bevölkert wird, und sich einen Tag lang als Revolverhelden fühlen können – bis eines Tages ein Outlaw-Android ein Eigenleben entwickelt und Amok läuft. Die Geschichte ist im Prinzip nichts anderes als ein Vorläufer zu Jurassic Park (man ersetze bloß Androiden durch Dinosaurier). Doch während Crichtons Westworld vor über 40 Jahren seiner Zeit noch voraus war, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um das Thema der künstlichen Intelligenz und des vorsichtigen Umgangs mit ihr wieder aufzugreifen. Die schwedische Serie „Real Humans“ näherte sich bereits sehr intelligent der Thematik und wenn HBO es richtig anpackt, erwartet uns das Serien-Highlight von 2016 schlechthin.

Allein die Besetzung ist zum Staunen. Allen voran ist Oscarpreisträger Anthony Hopkins zu erwähnen, der in „Westworld“ als Schöpfer des Parks Dr. Robert Ford seine erste Serienrolle überhaupt übernommen hat. Als Parkbewohner wurden u. a. Evan Rachel Wood (The Wrestler), James Marsden (X-Men), Thandie Newton (L.A. Crash), Tessa Thompson (Creed – Rocky’s Legacy), Rodrigo Santoro (300), Clifton Collins Jr. (Triple 9), Ingrid Bolsø Berdal (Cold Prey) und Ed Harris (A History of Violence) als Bösewicht besetzt. Ben Barnes (Das Bildnis des Dorian Gray) und Jimmi Simpson („House of Cards“) spielen Parkbesucher und Jeffrey Wright (Casino Royale), Sidse Babett Knudsen („Borgen – Gefährliche Seilschaften“) und Shannon Woodward („Raising Hope“) spielen die Leute hinter dem Park. Nur bei HBO kann man so eine Ansammlung an bekannten Namen in einer Serie finden, doch auch hinter dem Projekt stecken Industrie-Größen. Jonathan Nolan, Christopher Nolans Bruder und Schöpfer der Serie „Person of Interest“, produziert „Westworld“ gemeinsam mit J.J. Abrams. Spätestens jetzt müssten wir Euer Interesse haben.

Das einzig Negative, das ich über „Westworld“ bislang sagen kann, ist, dass die Serie verdammt lange auf sich warten lässt. Angekündigt wurde sie bereits 2014 und im selben Jahr wurde auch die Pilotfolge abgedreht. Im August letzten Jahres sahen wir den ersten Teaser-Trailer, doch die Produktion der Serie wurde zwischendurch angehalten, weil die Drehbücher nicht schnell genug fertiggestellt wurden. Erst im Oktober diesen Jahres, mehr als zwei Jahre nach der Fertigstellung der Pilotfolge, wird die zehnteilige erste Staffel von „Westworld“ von HBO endlich ausgestrahlt werden. Und als wäre meine Vorfreude nicht so schon riesengroß, hat HBO diese jetzt mit einem brandneuen Trailer befeuert, der vor der neusten „Game of Thrones“-Folge ausgestrahlt wurde und den Ihr unten sehen könnt:

Hier treffen sterile Science-Fiction auf dreckigen Western mit einem umwerfenden Cast und intelligenten Ideen, die sich in Serienform viel besser ausbauen lassen können als in einem Kinofilm. Wenn man eine Serienadaption macht, dann so wie diese! Ich kann es kaum abwarten, „Westworld“ endlich zu sehen.