Quelle: HBO

Keiner wird abstreiten, dass die Welle an Serienadaptionen von Kinofilmen mittlerweile unüberschaubare Ausmaße angenommen hat. Auf viele dieser Adaptionen könnte die Welt gut und gerne verzichten und strafte diverse bereits mit Gleichgültigkeit, sodass sie bereits nach einer Staffel abgesetzt wurden (siehe „Rush Hour“ oder „Minority Report“). HBOs „Westworld“ zeigt jedoch, dass man nicht pauschal sagen kann, dass alle solche Adaptionen grundsätzlich eine schlechte Idee sind. Wenn die richtigen Leute auf die richtige Materie treffen und die Vorlage lediglich als Sprungbrett für eine größere, komplexere Welt nutzen, dann kann auch ein Juwel entstehen, wie diese vermutlich ambitionierteste Serie des Jahres. Etwa $100 Mio kostete die zehnteilige erste Staffel der Sci-Fi-Serie, die auf Michael Crichtons Film aus dem Jahre 1973 beruht. Alleine schon das Staraufgebot, zu dem u. a. Anthony Hopkins (in seiner ersten Serienrolle!), Ed Harris, James Marsden, Evan Rachel Wood, Jeffrey Wright und Thandie Newton gehören, verliehen der Serie einen unglaublichen Prestigefaktor. Diesen gab es auch hinter der Kamera, wurde die Serie doch von J.J. Abrams („Lost“) und Jonathan Nolan („Person of Interest“) produziert.

Aufgrund des großen Maßstäbe der Serie und ihrer komplexen, herausfordernden Geschichte galt „Westworld“ noch vor ihrem Start als legitimer Nachfolger von HBOs „Game of Thrones“, die übernächstes Jahr in ihre finale Runde gehen wird. Die Erwartungen waren groß und wurden zum Glück erfüllt – auch in quotentechnischer Hinsicht. Einschließlich aller Wiederholungen, zeitverzögerten Fernsehens und offizieller Streaming-Quellen wurden die bislang ausgestralten sieben Folgen im Schnitt von 11,7 Millionen Zuschauern pro Woche gesehen. Das ist mehr als die jeweils ersten Seasons von „Game of Thrones“ und „True Detective“ bei HBO erreichten. Die Investition hat sich gelohnt und man kann dafür dankbar sein, dass auch ein komplexer Stoff wie dieser eine breite Zuschauermasse begeistern konnte.

„Westworld“ wurde seit 2014 produziert und es dauerte deutlich länger als erwartet, bis die Serie endlich die Fernsehbildschirme erreichte. Als Grund für die Verzögerung gab Showrunner Jonathan Nolan an, dass die Skripte für die finalen Episoden der ersten Season so angepasst werden mussten, um den Grundstein für die Zukunft der Serie zu legen. Laut ihm wurde bereits ein Plan für fünf Staffeln der Serie herausgearbeitet. Jetzt ist „Westworld“ der Erfüllung dieses Vorhabens einen Schritt nähergekommen, denn HBO hat die Serie um eine zehnteilige zweite Staffel verlängert, die 2017 ausgestrahlt werden wird. Hierzulande ist „Westworld“ – wie alle neuen HBO-Serien – über Sky Go, Sky Ticket und Sky On Demand in der Originalfassung abrufbar. Die deutschsprachige Version wird bei Sky Atlantic HD ab dem 2. Februar 2017 ausgestrahlt werden.

Auch zwei weitere neue Serien des Senders erhielten grünes Licht für eine weitere Staffel: „Divorce“ und „Insecure“. In „Divorce“ kehrt Sarah Jessica Parker erstmals seit dem Ende von „Sex and the City“ ins Fernsehen zurück und spielt in der Comedyserie eine Frau, die sich auf der Suche nach Glück von ihrem Ehemann (Thomas Haden Church) scheiden lässt, was allerdings nicht ohne Komplikationen verläuft. „Divorce“ hat zwar nur durchwachsene Rezensionen erhalten, ist jedoch mit 4,4 Millionen Zuschauern pro Woche ebenfalls ein solider Erfolg für den Sender. „Insecure“ übernimmt die Perspektive von jungen afroamerikanischen Frauen im heutigen Amerika und wendet sich humorvoll heiklen Themen wie sozialer und ethnischer Ungleichheit in den USA zu.

Unten findet Ihr die Trailer zu allen drei Serien: