Werner Herzog in Jack Reacher (2012) © Paramount Pictures

Quelle: Flavorwire

Und jetzt zur wahrscheinlich bizarrsten Meldung der Woche (im knappen Zweikampf gegen die Serienadaption von Carrie Underwoods Song "Two Black Cadillacs"). Werner Herzog, der deutsche Exzentriker, der mit Klaus Kinski wunderbar wahnsinnige Filme wie Aguirre, der Zorn Gottes oder Fitzcarraldo drehte und sich in den letzten Jahren sich auf Dokus wie Grizzly Man und Die Hölle der vergessenen Träume konzentrierte, hat offenbar einen Gastauftritt in der siebten und letzten Staffel der kultigen US-Sitcom "Parks and Recreation" absolviert. Das erwähnte er beiläufig während eines Gesprächs in der Brooklyn Academy of Music. Es wird das erste Mal sein, dass der Filmemacher, der gestern seinen 72. Geburtstag gefeiert hat, in einer TV-Serie zu sehen sein wird.

Ich muss ehrlich sagen, dass auf einer Wahrscheinlichkeitsliste von Leuten, bei denen ich einen Auftritt bei "Parks and Recreation" erwarten würde, Herzog irgendwo zwischen Clint Eastwood und George W. Bush liegt. Daher bin ich, gelinde gesagt, überrascht. Nicht dass Herzog nicht gelegentlich der Schauspielerei frönen würde. So war er letztes Jahr als der Widersacher von Tom Cruise in Jack Reacher zu sehen  und hat auch schon eine Figur bei den "Simpsons" synchronisiert. Doch irgendwie kommt dieser Auftritt bei "Parks and Recreation" absolut unerwartet. Insbesondere, da Herzog offensichtlich nichts über die Serie weiß. Zu seinem (angeblich winzigen) Cameo erzählte er bloß: (aus dem Englischen)

Ich spiele einen alten Typen, der sein baufälliges Haus an das junge Paar verkauft, das von den Hauptdarstellern der Serie gespielt wird. Ich spreche dann direkt in die Kamera zum Publikum und sage: "Wisst ihr, ich habe in diesem Haus 47 Jahre lang gelebt. Und ich habe mich entschieden, auszuziehen und es zu verkaufen, weil ich nach Orlando, Florida ziehe, um näher an Disney World zu sein". Ich habe die Serie noch nie gesehen, aber ich hoffe sie werden etwas von der Szene behalten.

Oooookaaay. Wie gesagt, an Exzentrik mangelte es Herzog noch nie und wie könnte man die Erwartungen der Zuschauer besser über den Haufen werfen, als das zu tun, was man am wenigsten von einem erwartet? Ob es sich bei dem "jungen Paar" um Chris Pratt und Aubrey Plaza handelt oder um Amy Poehler und Adam Scott, ist nicht ganz klar, denn in Herzogs Augen sind sie alle bestimmt sehr jung.