Quellen: Bloody Disgusting, SyFy

Ein breites Publikum hat er zwar nicht erreicht, doch Genre-Liebhaber wussten den Endzeit-Vampirhorrorfilm Vampire Nation (OT: Stake Land) zu schätzen, der 2010 produziert wurde und zunächst auf zahlreichen Festivals (darunter beim Fantasy Filmfest, wo ich ihn erstmals gesehen habe) und später im Heimkino Premiere feierte. Für Peanuts produziert, war die Zusammenarbeit zwischen Regisseur Jim Mickle und Hauptdarsteller Nick Damici, die auch gemeinsam das Drehbuch verfassten, ein kleines, fieses, raues Stück postapokalyptisches Kino, das sich am besten als „The Walking Dead“ mit Vampiren statt Zombies beschreiben lässt. Der Kern der Geschichte war die Freundschaft zwischen Damicis knallhartem Vampirjäger Mister und dem jungen Martin (Connor Paolo), den Mister unter seine Fittiche nimmt und mit dem er eine Reise durch das vampirverseuchte Amerika unternimmt. Kelly McGillis und Scream Queen Danielle Harris beehrten den Film ebenfalls mit Auftritten. Vampire Nation war kein Meisterwerk, doch gerade in dem Vampirgenre, das zu dem Zeitpunkt mit viel Schrott überlaufen war, wurde der Film zu einem Geheimtipp, den ich immer wieder gerne empfehle.

Das Duo Mickle und Damici arbeiteten in den darauffolgenden Jahren an weiteren interessanten Filmen zusammen  wie dem Remake von We Are What We Are und dem großartigen Thriller Cold in July. Doch Vampire Nation haben die beiden nicht vergessen und vor einiger Zeit verriet Mickle sogar, dass eine Fernsehserie zum Film in Entwicklung sei.

Von dieser haben wir nie wieder etwas gehört und doch, wie aus dem Nichts, kommt die Ankündigung, dass dieses Jahr insgeheim ein Sequel zu Vampire Nation produziert wurde. Nicht nur das, es wird sogar heute schon beim US-Sender SyFy seine Premiere feiern. In den Zeiten des Internets sind solche Überraschungen wirklich selten.

Leider saß Mickle nicht im Regiestuhl von Vampire Nation 2 bzw. Stake Land 2 (der zuvor auch The Stakelander hieß), war aber immerhin als ausführender Produzent beteiligt. Dafür hat Nick Damici wieder das Skript zum Film geliefert und übernahm die Hauptrolle des Badass-Vampirschrecks Mister. Auch Connor Paolo und Bonnie Dennison kehrten als Martin und Peggy aus dem ersten Film zurück. Produziert wurde der Film vom Multitalent und Genregröße Larry Fessenden, der in einem Interview auch schon die Möglichkeit eines dritten Films in Aussicht stellte. Regie führten beim Sequel Dan Berk und Robert Olsen, die zuvor den Thriller Body inszenierten, mit dem ich beim Fantasy Filmfest letztes Jahr leider herzlich wenig anfangen konnte.

Vampire Nation 2 spielt sieben Jahre nach dem Ende des ersten Films. Die offizielle Inhaltsangabe zur Fortsetzung liest sich wie folgt:

Wenn seine Heimat New Eden durch die wiederbelebte Bruderschaft der Vampire und ihrem neuen Anführer zerstört wird, findet sich Martin alleine in der Einöde von Amerika wieder und muss sich von den verblassten Erinnerungen an seinen Mentor und legendären Vampirjäger Mister leiten lassen. Martin macht sich auf den Weg durch die Wildnis eines heruntergekommenen Landes, um den Mann zu finden, der ihm dabei helfen kann, Rache zu nehmen. Wiedervereint, bereiten sich Mister und Martin auf den Kampf gegen die ausgehungerte Bruderschaft und ihren monströsen Anführer vor. Aber zu zweit können sie es nicht mit dieser neuen Bedrohung aufnehmen und sie riskieren mehr als nur ihre Leben, während die Einsätze höher sind denn je.

Obwohl die Filmpremiere unmittelbar bevorsteht, lassen sich online nirgendwo ein Trailer oder sonstiges Videomaterial zum Film finden. Alles, was wir Euch als Existenzbeweis von Vampire Nation 2 anbieten können, sind die beiden offiziellen Filmbilder, die Ihr unten sehen könnt:

Vampire Nation 2 Bild 1 Vampire Nation 2 Bild 2

Vampire Nation ist ein Film, der keine Fortsetzung nötig hatte und sowohl die Produktion durch SyFy als auch die neuen Regisseure stimmen mich leider etwas skeptisch. Nichtsdestotrotz werde ich dem Film natürlich eine Chance geben, allein schon, weil ich Damicis Charakter im Original wirklich cool fand, und ich hoffe, dass der Film die grimmige Atmosphäre seines Vorgängers einfangen kann.