True Detective Staffel 3

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Quelle: Entertainment Weekly

Erinnert Ihr Euch noch an den Riesenhype rund um "True Detective"? Es war das Jahr 2014 und keine andere neue Serie sorgte für so viel Gesprächsstoff wie die achtteilige fast mystisch angehauchte Geschichte aus dem schwülen Louisiana, in der Matthew McConaughey als philosophierender Ermittler und Woody Harrelson als unverbesserlicher Womanizer über jahrzehntelang einem Serienkiller hinterherjagten. Von Nic Pizzolatto komplett geschrieben und von Cary Joji Fukunaga komplett inszeniert, war "True Detective" ein Kunstwerk unter Krimiserien, das zeigte, dass das Genre viel mehr draufhat als den Einheitsbrei von "CSI" und Co. Die düstere, atmosphärische und fast nihilistische Inszenierung der Serie beeinflusste das Genre wie kaum eine andere in den letzten Jahren. Zahlreiche Emmy- und Golden-Globe-Nominierungen folgten ebenso wie grünes Licht für eine zweite Staffel, der Millionen entgegenfieberten.

Und dann…

An den Hype zum Ende der zweiten Staffel erinnert sich wohl niemand, denn es gab keinen. Von den immensen Erwartungen an die Serie erdrückt, enttäuschte die zweite Staffel von "True Detective" viele Kritiker und Zuschauer dermaßen, dass nicht wenige sich die Staffel nicht einmal bis zum Ende angeschaut haben. Die Gründe für die sehr gemischten Reaktionen waren vielerlei. Ohne einen Regisseur für alle Folgen, hatte "True Detective" keinen einheitlichen Stil mehr in der zweiten Staffel. Rachel McAdams, Taylor Kitsch, Vince Vaughn und Colin Farrell sind zwar gute Schauspieler, doch das Duo McConaughey/Harrelson legte die Messlate fast unerreichbar hoch. Das galt eigentlich für die gesamte erste Staffel, denn das größte Problem der zweiten Season waren die kaum zu erfüllenden Erwartungen der Fans der ersten. Auch die erneute Herausforderung, alle Folgen der Staffel selbst zu schreiben, setzte Nic Pizzolatto unter enormen (Zeit)Druck, sodass das Ergebnis einfach nicht so durchdacht und interessant war, wie ein Jahr zuvor. Nicht seit "Heroes" habe ich einen so starken Interessenabfall an einer Serie zwischen der ersten und der zweiten Staffel erlebt, sodass obwohl die Einschaltquoten von Staffel 2 immer noch gut waren, HBO vorerst keine Anstalten machte, eine weitere Staffel zu bewilligen. Der Sender schloss eine Fortführung keineswegs aus, doch man lernte aus den Fehlern und wollte nichts überstürzen.

Als jedoch mehr und mehr Zeit verging und HBO mit "Westworld" und "The Night Of" neue gefeierte Serien herausbrachte, sank langsam die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Welt von "True Detective". Doch jetzt ist die Serie überraschend aus der Versenkung aufgetaucht. HBO hat immer noch kein grünes Licht für Staffel 3 erteilt, doch es gibt endlich konkrete (und positive) Entwicklungen.

Wie Entertainment Weekly in Erfahrung gebracht hat, hat Pizzolatto in der Zwischenzeit aktiv an der Geschichte für eine neue Staffel gearbeitet und hat bereits mindestens die ersten zwei Folgen einer potenziellen dritten Staffel fertig geschrieben. Da auch er aus den Fehlrern der Vergangenheit gelernt hat, versucht er nicht  mehr, die Herausforderung eines würdigen Nachfolgers alleine zu meistern, sondern holte sich Hilfe. "Deadwood"– und "NYPD Blue"-Schöpfer David Milch arbeitet mit Pizzolatto an der neuen Staffel zusammen. Es ist noch ein frühes Stadium der Zusammenarbeit, doch Milchs langjährige Erfahrungen als Serienautor sollen Pizzolatto dabei helfen, Staffel 3 von "True Detective" in Form zu bringen. Ich wäre auf jeden Fall für eine neue Ausgabe der Serie zu haben und es ist eine gute Sache, dass man sich mit ihr diesmal etwas Zeit lässt.