House of Cards Staffel 5

Quelle: Indiewire

"House of Cards" war eine Serie, die in der ersten Staffel zwar noch nicht großartig war, jedoch viel Potenzial gezeigt hat, was mich hoffen ließ, dass sie in der zweiten Staffel dann das Level eines neuen Serien-Meisterwerks erreicht. Stattdessen enttäuschte mich die zweite Season der Serie, indem sie scheinbar jeden Anspruch auf eine halbwegs realistische Darstellung von politischen Intrigen über Bord warf und aus Kevin Spaceys Frank Underwood ein unbezwingbares politisches Genie gemacht hat, dem sich niemand in den Weg stellen konnte und das alle seine Gegner mit Leichtigkeit ausmanövriert. Außerdem wurde die zweite Staffel mit einigen wirklich unnötigen Nebenhandlungen belastet (wie den Problemen von Freddy, dem Spare-Ribs-Koch). Es war vor allem den grandiosen Darbietungen von Kevin Spacey und Robin Wright zu verdanken, dass ich bis zum Ende der Season drangeblieben bin. Ich hoffe jedoch auf eine deutliche Steigerung der Drehbuchqualität der dritten Staffel, die aktuell gedreht wird, denn ansonsten bin ich nicht sicher, ob die Serie mich noch lange packen kann. Das Ende der zweiten Staffel hat die Serie jedenfalls an einen interessanten Punkt gebracht, sodass ich mich frage, in welche Richtung es jetzt gehen wird, nachdem Frank Underwood alle seine Ziele eigentlich schon erreicht und seine Widersacher aus dem Weg geräumt hat. Nach dem Aufstieg kommt ja bekanntlich der Fall und ich hoffe, dass es auch bedeutet, dass Frank endlich einen würdigen Gegner bekommen wird. Es kann ja nicht sein, dass er das einzige ausgefuchste Schlitzohr in Washington D.C. ist.

David Fincher, der die Serie ins Leben rief, hat seit der zweitem Staffel eigentlich nichts mehr direkt damit zu tun, außer dass sein Name als ausführender Produzent noch in den Credits steht. "House of Cards" ist jetzt voll und ganz das Werk von Beau Willimon geworden, dem oscarnominierten Autor des George-Clooney-Films The Ides of March – Tage des Verrats. Vielleicht hat Willimon jedoch gemerkt, dass die zweite Staffel ein wenig aus dem Ruder lief und deshalb holte sich die Serie einen prominenten Berater für die dritte Staffel an Bord. Tony Gilroy, der Autor der bisherigen vier Jason-Bourne-Filme und oscarnominierter Autor/Regisseur des Thrillers Michael Clayton steht dem Macher der Serie mit Rat zur Seite. Ob er vielleicht sogar die eine oder andere Folge der kommenden Season selbst geschrieben hat, ist leider nicht bekannt, doch allein seine Beteiligung weckt in mir mehr Hoffnung auf Besserung. Anfang 2015 werden wir es wohl erfahren; dann wird Netflix die dritte Season der Serie veröffentlichen und vielleicht wird sie dann auch endlich dem Potenzial gerecht, das sie in der ersten Staffel gezeigt hat.