Quelle: The Thrillist

Shane Blacks Fortsetzung/Reboot/Neuinterpretation (oder wie auch immer man es nennen will) der Predator-Reihe nimmt sehr langsam, aber dennoch sicher Form an. Im Sommer 2014 erstmals angekündigt, ergatterte der Film, der aktuell den schlichten Titel The Predator trägt, vor kurzer Zeit einen Starttermin im März 2018. Damit hat Black jetzt ein klares Ziel vor Augen. Das Drehbuch, das er gemeinsam mit Fred Dekker verfasst hat, ist fertig, und Black nutzte kürzlich die Gelegenheit zu erklären, was ihn daran reizte, ein Franchise zu übernehmen, dessen Ruf durch mittelprächtige Alien-vs.-Predator-Crossover ordentlich gelitten hat. Die Antwort wird vermutlich diejenigen überraschen, die hofften, dass Black mit The Predator zu den intimen „Mensch gegen Monster“-Wurzeln der Reihe zurückkehrt. Stattdessen sind Blacks Pläne viel größer. Wer hätte erwartet, dass er sich The Predator auf dem Blockbuster-Niveau von Iron Man 3 (Blacks zweite Regiearbeit und sein einziger „großer“ Film bisher) vorstellt? Dem Regisseur schwebt ein großes Leinwand-Spektakel vor: (aus dem Englischen)

Sie haben mich angerufen und ich habe gezögert. Ich habe gesagt: „Schaut mal. Ich mag diese Filme, aber ihr Leute bei Fox habt AVP und was auch immer am Fließband produziert. Sie kosten alle eine bestimmte Summe, sie sind okay, aber es werden gar keine Anstrengungen unternommen, sie irgendwie besonders oder zu einem Event zu machen. Sie sind einfach nur ein weiterer Predator-Film. Oh, da ist noch einer, der herauskam“.

Und sie sagten: „Was ist, wenn wir dir sagen würden, dass wir wollen, dass du das neu erfindest und es als genau so ein Event betrachtest mit genau so viel Hype wie das Alien-Prequel, das demnächst kommt? Wir wollen wirklich was Besonderes daraus machen. Die Art Film, für die Zuschauer Schlange stehen“. Ich fragte: „Wollt ihr also wirklich viel Kohle springen lassen“ und sie meinten nur: „Jep“. Und ich: „Also es wirklich groß machen, wie ein Spektakel?“ „Jep“. Scheiße, das klang interessant.

Ich denke, dass der erste Film großartig war und er war in einem kleinen Rahmen eingegrenzt und das war auch perfekt so. Ich denke, dass eine Erweiterung des Rahmens stattfinden muss, und ich liebe diese Ära, diesen Film und die Mythologie des Predators. Ich denke, dass sie in diesem Wissen auf mich zugekommen sind. Sie sagten mehr oder weniger, dass ich Predator machen könnte, aber den Film so behandeln sollte, als wäre es Iron Man 3 statt eines weiteren kleinen Films. Ich sagte: „Lasst es uns diesmal richtig machen!“

Blacks Aussagen rufen zwiespältige Gefühle hervor. Einerseits ist es natürlich interessant, einen Predator-Film als großen Blockbuster à la Prometheus zu sehen. Außerdem würde Black dann nicht lediglich das Muster des beliebten Originals wiederholen. Andererseits besteht bei großen Budgets immer die Gefahr, dass das Studio auf die jugendfreie, massentaugliche PG-13-Freigabe drängen könnte und nach dem ersten AVP will das doch wirklich niemand sehen! Natürlich kann man dagegenhalten, dass Prometheus auch mit einem R-Rating durchgekommen ist, doch das war Ridley Scott, der in Hollywood vermutlich mehr Durchsetzungskraft für seine Vision hat als Shane Black, der bislang nur bei drei Filmen Regie führte (sein dritter Film, die Krimikomödie Nice Guys, startet im Juni). Doch ich vertraue auch darauf, dass Black bei seiner Vision keine Kompromisse eingehen wird und dass ihm als großem Fan des Originalfilms (obwohl er nicht im Abspann steht, wirkte er auch an dessen Drehbuch mit) bewusst ist, was die Fans an dem Film schätzen und was sie von einem weiteren Predator erwarten. Und PG-13 zählt sicherlich nicht dazu. Außerdem ist 20th Century Fox nach dem Riesenerfolg von Deadpool vielleicht auch gewillter auf das R-Rating zu vertrauen.

Auf jeden Fall klingt es nach einem frischen Ansatz im Franchise, denn spätestens nach dem ersten AVP haben diese Filme tatsächlich jeglichen Event-Status verloren. Während die Alien-Reihe mit Aliens und Prometheus Filme auf großem Blockbuster-Niveau hervorbrachte, fehlt Predator noch ein solcher Franchise-Eintrag. The Predator soll dies nun ändern. Wie es dann genau aussehen soll, erfahren wir spätestens ab dem 1.03.2018, wenn der Streifen in unsere Kinos kommt.