The OA Staffel 2

Quelle: Netflix

Nachdem Fans von Science-Fiction-Serien letztes Jahr erst mit "Stranger Things" und dann mit HBOs "Westworld" voll auf ihre Kosten gekommen sind, überraschte Netflix die Abonnenten im Dezember mit der Veröffentlichung von "The OA". Lediglich vier Tage vor dem Release am 16. Dezember hat Netflix überhaupt den mysteriösen Trailer zur Serie veröffentlicht. Der Gedanke dahinter war jedoch nicht, die Serie sang- und klanglos untergehen zu lassen, sondern möglichst wenig von ihr preiszugeben. Gerade weil "The OA" trotz einer spannenden Prämisse ohne großes Trara vom Stapel lief, war sie eine Zeitlang nach ihrer Veröffentlichung das Gesprächsthema Nummer 1 unter vielen Serienfans und bestimmte die Schlagzeilen einschlägiger Portale.

Jetzt hat Netflix eine zweite Staffel von "The OA" angekündigt (siehe Teaser-Video unten). Ob diese noch 2017 Premiere feiern wird, ist nicht bekannt. Es ist gut möglich, dass die Veröffentlichung der neuen Staffel ähnlicher Geheimhaltung unterliegen wird wie die erste Season.

Nach der Veröffentlichung von "The OA" wurden schnell Vergleiche zu Netflix' "Stranger Things" gezogen, doch obwohl beide ins gleiche Genre fallen und von einer parallelen Dimension handeln, könnten die beiden Serien kaum unterschiedlicher sein. Während "Stranger Things" eine Hommage an sehr klassische Genreware der achtziger Jahre war, ließ sich "The OA" in keine Schublade stecken und spaltete die Zuschauer und Kritiker spätestens mit ihrem sehr eigenwilligen Staffelfinale. Schon die Laufzeiten der Episoden stachen durch ihre Unregelmäßigkeit heraus und folgten keinem Muster. Während manche Folgen über eine Stunde lang waren, lief die 6. Episode knapp 30 Minuten. Die Begründung des Showrunners Zal Batmanglij dafür lautete, dass hier die Geschichte die Episodenlänge bestimmte und nicht andersherum. Schließlich legt sich ein Romanautor auch nicht auf eine bestimmte Länge aller Kapitel in seinem Buch fest.

Dass "The OA" keine gewöhnliche Genreserie werden würde, konnte man natürlich anhand ihrer Macher erahnen. Brit Marling (die auch die titelgebende Hauptrolle spielte) und Batmanglij kommen aus der Indie-Szene und drehte zuvor die Psychothriller Sound of My Voice und The East. Sie hatten nicht nur die Idee zu der Serie, sondern schrieben auch die meisten ihrer Episoden, während Batmanglij bei allen acht selbst Regie führte. Die erste Staffel handelte vom Wiederauftauchen einer vor sieben Jahren spurlos verschwundenen jungen blinden Frau, Prairie Johnson, die ihre Sehkraft irgendwie wiedererlangt hat und sich inzwischen nur noch "OA" nennt. Während sie ihren Stiefeltern und den Behörden die Umstände ihres Verschwindens verschweigt, erzählt sie ihre Lebensgeschichte fünf Fremden, die ihr auf ihrer Mission helfen sollen, andere verschwundenen Menschen aus einer anderen Dimension zu befreien. Doch das ist erst der Anfang einer Odyssee, die mit den Erwartungen der Zuschauer spielt und immer wieder abrupte Wendungen nimmt, was manche Zuschauer begeisterte und andere verärgerte. Wie auch immer die 2. Staffel werden wird, können wir davon ausgehen, dass sie anders werden wird, als wir erwarten.