The Cabin in the Woods 2

Quelle: Cinemablend

In einer Zeit, in der Horrorfilme es immer schwerer haben, originell zu wirken, ohne alte Ideen immer wieder zu verwerten, wenn gefühlt mehr als die Hälfte von Horrorfilmen im Kino aus Remakes, Reboots, Sequels oder Insidious/Conjuring-Verschnitten besteht, freut sich das Herz eines Genrefans wie mir über einen erfrischenden cleveren Film wie The Cabin in the Woods, der mich vor drei Jahren von den Socken haute und schnell in meine Liste der besten Horrorfilme der letzten 20 Jahre geklettert ist. Nicht dass alle Ideen in dem Film noch nie dagewesen sind, doch wie sie verpackt und dargestellt wurden, mit Humor, aber auch genug echtem Horror, um die perfekte Balance zwischen einer Genre-Demontage und einem waschechten Horrorfilm zu erreichen, machte The Cabin in the Woods zum cleversten Genrefilm seit dem ersten Scream.

Das Publikum reagierte gespalten. Einige konnten mit dem Über-Meta-Ansatz des Films nicht viel anfangen, andere, wie ich, hatten daran ihre helle Freude. Als der Film vorüber war, war ich durchweg begeistert, doch ich wünschte mir nicht noch mehr davon. Das Ende war gut, passend und sehr endgültig. Tatsächlich wurde Regisseur Drew Goddard, der das Drehbuch gemeinsam mit Joss Whedon (Marvel’s The Avengers) schrieb, nach einem der ersten Preview-Screenings vom einem der Zuschauer auf die Möglichkeit eines Sequels angesprochen, woraufhin er lediglich entgegnete: "Hast du das Ende des Films gesehen?" Dem kann auch nicht widersprechen und damit war die Sache eigentlich auch gegessen. Doch ich schätze auf eine masochistische Art und Weise wünschen sich einige Horrorfans trotzdem eine Fortsetzung zu dem Film, der schnell Kultstatus erreicht hat, weil man noch so ein tolles Erlebnis haben möchte oder vielleicht auch einfach, um die Kreaturen aus dem Blutbad-Finale nochmal in Aktion zu sehen.

Deshalb werden an Goddard auch in regelmäßigen Abständen Fragen zu einem Sequel herangetragen. Zwar wird The Cabin in the Woods 2 uns noch nicht in Aussicht gestellt, doch Goddard ist nicht mehr so vehement gegen eine Fortsetzung, wie er es vor drei Jahren war. Stattdessen erscheint er in einem neuen Interview eher unentschlossen zu sein, ob er sich nicht vielleicht doch zu einem Sequel gemeinsam mit Whedon hinreißen würde: (aus dem Englischen)

Sie wollen einen machen. Ich denke, Joss…wir haben darüber geredet. Ich glaube, wir wollen es einfach nicht vermasseln.

Ich meine, ich habe immer so gedacht. Nicht alles muss ein Franchise sein. Wisst ihr, wir wollen das nur machen, wenn wir wirklich Lust darauf haben. Es ist mir egal, ich glaube nicht, dass wir es machen müssen. Es geht uns mehr darum, ob es etwas gibt, das uns richtig begeistert. Natürlich ist dieses Universum sehr aufregend, also reden wir von Zeit zu Zeit darüber. Ich weiß es nicht.

Die Sache bei Joss und mir ist, dass es immer von der Tagesverfassung abhängt. Ich kann mir vorstellen, dass wir morgen was trinken gehen und sagen "Hey, wie wäre es denn wenn wir dies und das machen?" Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir stattdessen sagen: "Der Film ist ziemlich gut. Wir müssen nicht zu ihm zurückkehren."

Was mich betrifft, wäre ich mir lieb, wenn es beim einen Film bleiben würde. Goddard hat Recht, nicht alles muss ein Franchise sein, erst Recht nicht Filme, die definitiv von Anfang an nicht darauf ausgelegt waren, fortgesetzt zu werden. Und um noch einmal eine Bogen zu meinem Vergleich von vorhin zu schlagen: auch Scream wäre wohl besser als einzelner Film geblieben.