© Warner Bros. TV/CBS

Quelle: Variety

Während „The Walking Dead“, „Game of Thrones“ und „Navy CIS“ aktuell die unschlagbaren Quotenkönige unter Dramaserien sind, gehört dieser Titel unter Sitcoms seit Jahren ganz klar „The Big Bang Theory“. Seit dem Ende von „Friends“ 2004 hat keine andere Comedyserie eine so große Popularität erreicht und hat einen so großen Einfluss auf die Popkultur und den Zeitgeist gehabt, wie „The Big Bang Theory“. Die Serie über zwei nerdige Wissenschaftler in einer WG, ihre heiße Nachbarin und ihre ebenso nerdigen Freunde läuft aktuell in der 10. Staffel bei CBS und deren Darsteller sind aktuell die bestbezahlten im Fernsehen. Jim Parsons, Kaley Cuoco und Johnny Galecki verdienen mittlerweile stattliche $1 Mio pro Folge. Doch obwohl beim Einkommen der drei verdiente Gleichheit herrscht, ist es kein Geheimnis, dass die Serie ihren rasanten Anstieg der Popularität zumindest ursprünglich dem Emmy- und Golden-Globe- Gewinner Parsons als hochintelligenter und sehr eigenartiger Sheldon Cooper zu verdanken hat. Das weiß man bei CBS auch sehr wohl, weshalb die Beliebtheit der Figur jetzt mit einer ganzen Spin-Off-/Prequelserie zu „The Big Bang Theory“ weiter gemolken werden soll.

Richtig gelesen: „The Big Bang Theory“ bekommt einen Ableger. Dieser soll von Sheldons Kindheit und Jugend in seiner konservativen, religiösen Familie in Texas handeln. Parsons selbst fungiert als ausführender Produzent der neuen Serie, „The Big Bang Theory“-Showrunner Steve Molaro schreibt das Drehbuch zur Pilotfolge und wird die Serie produzieren. Das Prequel soll eine gute Möglichkeit für CBS sein, von der riesigen Fangemeinde der Originalserie zu profitieren, ohne jedoch horrende Summen für die Besetzung auszugeben. Grünes Licht hat die Serie noch nicht, das Projekt befindet sich aktuell noch im Skriptstadium. Allerdings kann ich es mir schwer vorstellen, dass CBS sich diese Gelegenheit entgehen lassen wird.

Wie die Zukunft von „The Big Bang Theory“ selbst aussieht, ist noch unklar. CBS-Präsident Glenn Geller hat zwar bereits seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, die Sitcom in die 11. Runde zu schicken, doch dazu müssen die Verträge der Hauptdarsteller wieder neu ausgehandelt werden. Da die Quoten zwar immer noch sehr gut sind, aber langsam auch zurückgehen, wird vielleicht irgendwann einfach der Punkt kommen, an dem der Cast einfach zu teuer sein wird, um die Serie noch rentabel fortzusetzen (allerdings ist dieser Punkt vermutlich noch nicht erreicht). Und genau für diesen Fall sorgt CBS jetzt schon mit einem günstigeren Prequel vor. Auf den ersten Blick vielleicht keine so blöde Idee, doch der Haken ist, dass man offenbar über die Tatsache hinwegsieht, dass Sheldon vor allem dank der Performance von Jim Parsons so gut ankommt. Er hat die Manierismen und die Exzentrizitäten des Charakters so geprägt und perfektioniert, dass jeder neue Darsteller im Prinzip vor einer großen Imitationsaufgabe stehen wird. Wollen die Zuschauer das wirklich sehen? Das wird sich dann wohl zeigen…