Terminator Trilogie James Cameron

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Quelle: News.com

Vor einigen Wochen kam ich in den Genuss, die 3D-Version von Terminator 2 – Tag der Abrechnung auf Kölns größter Leinwand mit Laser-Projektion zu sehen. Die 3D-Fassung wird am 29. August deutschlandweit in Sonder-Screenings gezeigt werden wird. Auch wenn mich die 3D-Konvertierung nicht vom Hocker gehauen hat, war das Erlebnis, eins der gelungensten Sequels aller Zeiten und einen der besten Sci-Fi-Actioner, die je gemacht wurden, auf der großen Leinwand zu sehen, überwältigend. Es war der einzige Terminator-Film, den ich noch nicht im Kino gesehen habe, und obwohl er bei mir daheim schon unzählige Male den Weg in den VHS-, DVD- und Blu-ray-Player fand, erwachte der Film auf der Leinwand zu einem ganz neuen Leben. Mit Aliens – Die Rückkehr und Terminator 2 hat James Cameron vorgemacht, wie man Sequels richtig angeht, die ihrer Vorgänger nicht nur würdig sind, sondern diese vielleicht sogar übertreffen. Auch nach mehr als 25 Jahren bleibt Terminator 2 ein spektakuläres Leinwanderlebnis, mit dem keiner der nachfolgenden drei Terminator-Filme mithalten kann.

Das gilt auch für die Einspielergebnisse. Terminator 2 war der qualitative und kommerzielle Höhepunkt der Reihe. Nach dem direkten Sequel Terminator 3 – Rebellion der Maschinen, haben Warner Bros. und Paramount 2009 und 2015 jeweils versucht, das einst sehr erfolgreiche Franchise wiederzubeleben. Beide Studios kündigten groß neue Trilogie-Pläne ein. Von Warner kam McGs Terminator – Die Erlösung, der während des Kriegs gegen die Maschinen spielte und Christian Bale als Rebellenführer John Connor besetzte. Der (fast) Arnie-lose PG-13-Film schlug sich nur mittelprächtig an den Kinokassen und machte sich unter Terminator-Fans nicht viele Freunde. Der nächste Versuch war es, mittels Zeitreiseparadoxe die Timeline der Reihe in Alan Taylors Terminator: Genisys (2015) neu zu erfinden. Das PG-13-Freigabe blieb, Schwarzenegger kehrte zurück und die Rollen von Sarah Connor, John Connor und Kyle Reese wurden mit Emilia Clarke, Jason Clarke und Jai Courtney besetzt. Paramount war sich sehr erfolgssicher und kündigte gleich zwei Sequels an, für 2017 und 2018. Auch das war ein Fehlschlag.

Wie es aussieht, wird es nicht der letzte Versuch einer neuen Trilogie gewesen sein. Anfang des Jahres kam die etwas überraschende und für viele Fans sehr erfreuliche Meldung, dass James Cameron höchstpersönlich den nächsten Terminator-Film produzieren und beaufsichtigen würde. Deadpool-Macher Tim Miller wurde als möglicher Kandidat für den Regiestuhl erwähnt. Weitere Details zu den Plänen gab es nicht, doch Arnold Schwarzenegger verriet kürzlich, dass für ihn eine Rolle im neuen Film vorgesehen ist.

Fakt ist, dass 2019 die US-Vertriebsrechte an der Reihe an Cameron zurückgehen werden, sodass er wieder kreativen Einfluss auf die Reihe nehmen kann, die ihm offensichtlich immer noch am Herzen liegt. So sehr sogar, dass er nicht nur einen, sondern gleich drei neue Terminator-Filme plant, mit denen er das Franchise neu erfinden möchte, wie er kürzlich in einem Interview verriet: (aus dem Englischen)

Die Frage ist – ist die Reihe ausgelutscht oder kann man sie auffrischen? Hat sie in unserer Zeit noch Relevanz, wenn so viele Dinge in unserer Welt bereits das eingeholt haben, was in den ersten zwei Filmen noch Science-Fiction war? Wir leben in einer Welt von Kampfdrohnen und Massenüberwachung und aufkommender künstlicher Intelligenz.

Also führe ich Gespräche mit David Ellison, dem momentan die internationalen Vertriebsrechte am Terminator-Franchise gehören. Die Rechte für den US-Markt gehen in etwa eineinhalb Jahren an mich zurück und wir sprechen darüber, was wir machen können. Momentan tendieren wir dazu, eine neue Trilogie zu machen und die Reihe neu zu erfinden. Wir werden die Ideen weiterentwickeln, wenn wir die nächsten Hürden überwunden haben, und werden dann die Ankündigung machen.

Tim Miller wurde von Cameron mit keinem Wort erwähnt, doch er bestätigte, dass Schwarzenegger involviert sein würde. Allerdings soll in den neuen Filmen auch eine Staffelstabübergabe stattfinden, sodass neue Charaktere in den Fokus der Reihe rücken sollen, was vermutlich ganz gut ist, denn von Sarah Connor, John Connor und T-800 haben wir eigentlich schon reichlich gesehen und besser als in T2 wird s vermutlich kaum.

Cameron nahm auch kein Blatt vor den Mund, als er über die letzten drei Terminator-Filme sprach. Ihr erinnert Euch vielleicht, als er zum Kinostart von Terminator: Genisys den Film lobte? Tja, wie er jetzt klarstellte, tat er dies lediglich Arnold Schwarzenegger zuliebe:

Ich denke, dass es bekannt ist, dass ich nicht viel Respekt für die Filme übrig habe, die nach meinen gemacht wurden. Ich habe sie jeweils immer unterstützt, Arnold zuliebe, weil er ein guter Freund ist. Er ist seit 33 Jahren ein Kumpel von mir, also habe ich ihn immer unterstützt und war nie zu negativ. Aber sie haben für mich alle aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert.

Ich bin hinsichtlich dieser Ankündigung ein wenig zwiegespalten. Einerseits finde ich immer noch, dass es am besten gewesen wäre, wenn man es bei zwei großartigen Terminator-Filmen belassen hätte. Andererseits, wenn schon ein weiterer gemacht wird, dann wird er unter Camerons Aufsicht immerhin gut aufgehoben sein. Aber wieso gleich eine Trilogie planen? Franchise-Fans müssen sich mittlerweile ganz schön verarscht vorkommen, da ihnen schon zweimal eine Trilogie versprochen wurde und es jeweils nur den ersten Film zu sehen gab. Wieso macht man nicht einfach einen guten abgeschlossenen Film und schaut dann erst, ob und wie es weitergeht, anstatt einen weiteren unbefriedigend endenden Franchise-Starter zu riskieren? Ein Schritt nach dem anderen. Schade ist natürlich auch, dass Cameron selbst die Filme nicht inszenieren wird, weil er die nächsten 100 Jahre damit beschäftigt sein wird, 20 Avatar-Sequels zu drehen, für die er vermutlich noch Pandora im Weltall nachbauen muss.