Sylvester Stallone The Expendables 4

Sylvester Stallone in The Expendables 3 (2014) © Lionsgate

Quelle: Deadline

Obwohl die Meldung für viele vielleicht wie ein Aprilscherz anmutet, ist es tatsächlich keine.

Er war siebenmal Rocky Balboa und viermal John Rambo. Doch es gibt noch eine weitere, nicht ganz so ikonische, aber auch erfolgreiche Rolle, die Sylvester Stallone mehrfach verkörpert hat. Als Barney Ross führte er in The Expendables und dessen Sequels dreimal ein Team alternder Söldner an. Jetzt sieht es danach aus, als würde es kein viertes Mal geben.

The Expendables 3 enttäuschte vor drei Jahren viele Fans und blieb trotz (oder gerade wegen) des massentauglicheren, milderen PG-13-Ratings an den Kinokassen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dennoch sollte ein vierter Film kommen. Man habe laut Stallone, der die Reihe 2010 als Produzent, Autor, Hauptdarsteller und beim ersten Film auch Regisseur aufzog, aus den Fehlern gelernt. Ein Großteil der Finanzierung des vierten Teils sollte aus China kommen, wo die Reihe große Beliebtheit genießt. Nachdem die ersten beiden Fortsetzungen im flotten Rhythmus von zwei Jahren in die Kinos kamen, stagnierte jedoch die Entwicklung des vierten Films. Im Januar machte Stallone den Fans wieder Hoffnung, als er verriet, dass The Expendables 4 Fortschritte mache und die Zuschauer überraschen würde.

Stallones Beteiligung an der Reihe kam nun zu einem abrupten Ende. Wie das Industrieportal Deadline berichtet, hat sich Stallone vom Franchise verabschiedet. Grund dafür sollen zahlreiche Uneinigkeiten mit dem Produzenten Avi Lerner sein. Die beiden kamen angeblich weder bei der Regiewahl noch beim Drehbuch und sogar nicht bei der Wahl der Effektefirma für den Film auf einen Nenner, sodass Stallone irgendwann das Handtuch warf. Angeblich hat er dafür sogar die größte Gage seiner Karriere ausgeschlagen, die mehr als $20 Mio betragen hätte.

Streitigkeiten zwischen Lerner und Stallone sind keine neue Sache, doch während sie die Unstimmigkeiten bislang immer schnell beilegen konnte, scheint die Angelegenheit diesmal ernst zu sein. Lerner selbst hält jedoch an dem Glauben fest, dass ein Kompromiss gefunden werden kann und beteuert, dass das Projekt für ihn noch nicht tot sei.

Wirklich überraschend ist diese Entwicklung in meinen Augen nicht. Nachdem Stallone für Creed – Rocky’s Legacy den mitunter größtes Lob seiner Karriere (einschließlich einer Oscarnominierung und eines gewonnenen Golden Globe) erntete, hatte es den Anschein, als wollte sich Sly auch weiterhin auf anspruchsvollere Rollen und Filme konzentrieren und sich schauspielerisch weiterentwickeln, anstatt zum altbewährten Franchise zurückzukehren. Mit 70 Jahren auf dem Buckel ist Stallone auch nicht mehr der jüngste für eine herausfordernde Actionrolle, sodass mit dem Verstreichen der Zeit eine Rückkehr tatsächlich unwahrscheinlicher erschien.

Mit The Expendables verpasste Stallone 2010 nicht nur seiner damals wieder hauptsächlich auf Rocky und Rambo begrenzten Karriere einen neuen Schwung, sondern auch den Karrieren seiner actionerprobten Co-Stars wie Jason Statham, Dolph Lundgren und Jet Li. Auch wenn er ab dem zweiten Film nicht mehr Regie führte, war er dennoch stets die Schlüsselfigur der Reihe. Jetzt stellt sich die Frage: kann ein Expendables-Film auch ohne Stallone kommen und sollte er es überhaupt?

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