Quelle: Yahoo! Movies

Als erstmals bekannt wurde, dass Oscarpreisträger und Multitalent Jared Leto in der Comicverfilmung Suicide Squad in Jack Nicholsons und Heath Ledgers Fußstapfen als neuer Joker treten würde, war allen klar, dass der einzige Weg für ihn, den Vergleichen mit der unvergesslichen Performance von Ledger in The Dark Knight standzuhalten, darin besteht, seinen Joker ganz anders anzulegen. Spätestens mit der Enthüllung von Letos Joker-Look vor über einem Jahr waren dann auch die letzten Zweifel aus dem Weg geräumt, dass hier auf jeden Fall ein anderer Joker erschaffen wurde. Dass Jared Leto der richtige Schauspieler ist, um den Clown Prince of Crime auf der Leinwand zum neuen Leben zu erwecken, hat eigentlich kaum jemand angezweifelt, doch der Look blieb dennoch nicht unumstritten. Gerade die zahlreichen, wenig subtilen Tätowierungen (wie das „Damaged“ auf seiner Stirn) und die Grills auf seinen Zähnen sorgten für sehr gespaltene Reaktionen.

Über ein Jahr später, scheint die Frage der Tattoos vor lauter Vorfreude auf den Film immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Schließlich versprechen erste Ausschnitte aus dem Film eine fantastische Darbietung von Leto. Dennoch hat Regisseur David Ayer kürzlich bei einem neuen Interview die Gelegenheit genutzt, die Kontroverse anzusprechen und seine Begründung für die Tattoos abzugeben: (aus dem Englischen)

Viel davon hat damit zu tun, dass ich einen Charakter erschaffen wollte, der eine Geschichte und einen Fußabdruck in unserer Welt hat. Und ich wollte nicht dieses unantastbare Heiligtum außerhalb unseres Kontinuums, unserer Realität haben. Wenn ein Kerl wie er heute existieren würde, wo würde er herkommen? Wie würde er Geschäfte machen? Wen würde er kennen? Wie würde er aussehen? Ich habe mich sehr von Drogenbossen auf Instagram inspirieren lassen. Es ist ein toller Weg, um den Lebensstil eines Bösewichts zu verstehen.

Die Tattoos erzählen eine sehr spezifische Geschichte und irgendwann werden die Leute sie entziffern und verstehen, wozu sie da sind, aber natürlich sind sie umstritten. Jedes Mal, wenn man etwas Neues macht, ist es umstritten. Es gibt ganz bestimmte Geschichten und Easter Eggs hinter diesen Tätowierungen. Und sogar seine Zähne, auch dahinter steckt eine Geschichte, die zum Kanon gehört. Seine Geschichte ist auf seinem Körper. Unser Joker kommt aus der Arbeiterklasse und könnte in unserer Welt leben.

Es ist also wirklich ein ganz anderer Ansatz als bei Christopher Nolan in The Dark Knight. Durch widersprüchliche Geschichten blieb der Hintergrund von dessen Joker absichtlich ungeklärt. Der Charakter war als eine überlebensgroße Naturgewalt angelegt, die sich nicht an eine bestimmte Geschichte binden lassen sollte. Bei Ayer werden wir wohl mehr über die Vorgeschichte von Letos Joker erfahren.

Ayer fügte zudem hinzu, wie schwierig es für Leto immer wieder gewesen sei, in diese Rolle zu schlüpfen:

Für Jared war es wirklich hart. Er musste sich ständig neu gebären, er geht weg, er kommt zurück, er dreht, er geht weg… Der Joker ist etwas, das man sein muss und man sieht, wie anstrengend und schmerzhaft es für ihn ist, diese Figur zu sein. Aber man kann es fühlen, wenn er zum Set kommt, die Crew fühlt das, jeder fühlt das. Es ist, als ob Vögel aufhören würden zu fliegen. Er ist verdammt furchteinflößend.

Letztlich hat Suicide Squad ein großes Ensemble und der Film wird mit Letos Performance nicht stehen oder fallen, doch irgendwas sagt mir, dass sie vielen Zuschauern vom ganzen Film am meisten in Erinnerung bleiben wird. Wir werden es ab dem 18. August wissen, wenn Suicide Squad in unsere Kinos kommt.

Wie findet Ihr Jokers Tattoo-Look und was haltet Ihr davon, dass wir im Film mehr über seine Hintergründe erfahren sollen?