Steve Jobs Trailer

Quelle: Universal Pictures

Die Oscar-Jagdsaison ist offiziell eröffnet! Im Rahmen des Telluride-Filmfestivals vor etwas zwei Wochen und des sich dem Ende nähernden Toronto International Film Festivals feierten zahlreiche diesjährige Oscar-Hoffnungsträger der Studios ihre Weltpremieren. Während wir letztes Jahr nach dem Sommer bereits zwei feste Kandidaten für das Oscar-Rennen hatten (Grand Budapest Hotel und Boyhood), hat dieses Jahr bislang (mit der möglichen Ausnahme von Pixars Alles steht Kopf) keine sicheren Oscaranwärter hervorgebracht. Das kann nur bedeuten, dass sie sich alle im Zeitraum von Oktober bis Dezember, in der Hitze der Oscar-Saison, drängen werden. Ganz vorne dabei wird Danny Boyles Steve Jobs sein, über den gleichnamigen Apple-Visionär. Der Film debütierte im Rahmen des Telluride-Festival und auch wenn die Kritiken nicht so einhellig über den Film schwärmen wie bei The Social Network (der, wie Steve Jobs, auch von Aaron Sorkin geschrieben wurde), sind sich alle in einem Punkt einig: Michael Fassbender wird nicht nur seine zweite Nominierung erhalten, sondern auch gute Chancen auf den Sieg haben.

Dabei hatte Steve Jobs einen steinigen Weg zur Leinwand. David Fincher kam und ging, ohne seinen Wunschkandidaten Christian Bale zu bekommen, und als Danny Boyle an seine Stelle kam, sollte Leonardo DiCaprio Jobs spielen. Fassbender war also nicht einmal die zweite Wahl für die Rolle. Rein optisch wäre er vermutlich nicht einmal meine zehnte Wahl, doch zum Glück zählt bei einer Performance viel mehr als die reine Ähnlichkeit zur wahren Person. Wie im brandneuen Trailer zu Steve Jobs, der soeben veröffentlicht wurde, sehen kann, verschwindet Fassbender völlig in dem Charakter und liefert vielleicht die Performance seines Lebens ab (keine leichtfertige Aussage, denn mit Hunger, Shame und 12 Years a Slave hat er bereits einige Glanzleistungen zur Schau gestellt). Überzeugt Euch selbst:

Deutscher Trailer

Originaltrailer

Wie schon bei The Social Network nahm Oscarpreisträger Aaron Sorkin ein augenscheinlich wenig spannendes Thema und erschuf daraus mithilfe eines visionären Regisseurs (diesmal Danny Boyle) offenbar einen sehr dynamischen Film über eine geniale, aber auch sehr problemtische Persönlichkeit. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass es für Sorkin dafür Oscar #2 geben könnte. Für den Film überlegte er sich eine ganz ungewöhnliche Struktur. Anstelle eines herkömmlichen Biopics, ist Steve Jobs ein Film, der eigentlich aus drei großen Szenen besteht, die den Apple-Gründer kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Produkts zeigen – bis 1998, der Enthüllung des iMac. Dementsprechend verlief auch der Dreh ungewöhnlich. So soll der Cast immer erst mehrere Wochen lang eine dieser drei Szenen geprobt haben, dann wurde sie komplett gedreht und dann wurde die nächste geprobt – ein wenig wie im Theater.

Doch obwohl Boyle, Sorkin und Fassbender sicherlich die wichtigste Figuren sind, wenn es um Steve Jobs geht, sollte die fantastische Nebenbesetzung aus Kate Winslet, Jeff Daniels, Seth Rogen, Katherine Waterston und Michael Stuhlbarg nicht unerwähnt bleiben.

Steve Jobs kommt am 12.11.2015 in die deutschen Kinos und dann kann sich jeder selbst davon überzeugen, ob Michael Fassbenders Schauspielerei einen wirklich vergessen lassen kann, wie Jobs aussah.

Steve Jobs Trailer & Poster

  • Cooder

    Nicht, dass mich dieser Film wirklich interessiert, aber die Vorstellung Leonardo diCaprio hätte diese Rolle bekommen, lässt mich schaudern, denke ich doch an seine unsäglichen Performances in den Filmen "Der große Gatsby" und "Aviator".