Quelle: Collider

Die Adaption von Stephen Kings epischem Horrorroman „Es“ stand lange unter keinem guten Stern. Nachdem „True Detective“-Regisseur Cary Joji Fukunaga 2012 für die Kinoadaption verpflichtet wurde, vergingen drei Jahre, bis der Film endlich in die Gänge kam. Doch nur kurze Zeit, nachdem Will Poulter letztes Jahr für die Rolle des furchteinflößenden Clowns Pennywise besetzt wurde, brach das Projekt plötzlich in sich zusammen, als Fukunaga es verließ, weil mit dem Studio keine Einigkeit hinsichtlich der Inhalte seiner Adaption erzielt werden konnte. Fukunaga ist ein Regisseur mit sehr klarer Vision, was niemandem, der seine Arbeit an „True Detective“ oder Beasts of No Nation gesehen hat, entgangen sein sollte. Leider werden wir seine Vision von Stephen Kings Es nie zu sehen bekommen und so bleibt es ein großes „Was wäre wenn…“ der Filmgeschichte.

Warner Bros. war jedoch auch nach seinem Ausstieg keineswegs bereit, die jahrelange Vorarbeit an dem Film in den Wind zu schießen und verfolgte das Projekt aktiv weiter. Mama-Regisseur Andrés Muschietti wurde als Fukunagas Ersatz an Bord geholt und das Drehbuch entsprechend dem neuen Regisseur und den Vorstellungen des Studios angepasst. Der erste Eindruck unter Stephen-King-Fans und Horror-Aficionados ist natürlich nicht gerade positiv, bekam man doch das Gefühl, dass Warner die düstere und schonungslose Vision des Romans für die Kinoadaption verwässern und massentauglich machen würde. Immerhin in einer Hinsicht können die Fans jetzt beruhigt werden – Es soll weiterhin ganz klar ein R-Rating (US-Altersfreigabe ab 17 Jahren, die in etwa der deutschen FSK16 oder FSK18 entspricht) tragen. Das hat Filmproduzent Roy Lee jetzt gegenüber dem Online-Portal Collider bestätigt. Wer die Romanvorlage kennt, weiß auch, dass diese bei getreuer Umsetzung mehr als gerechtfertigt ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass Fukunagas ursprüngliche Ideen nicht trotzdem abgemildert wurden, aber immerhin wird Es nicht als jugendfreier PG-13-Horror produziert.

Das neue Drehbuch zum Film sei bereits so gut wie fertig und mit etwas Glück laufen noch dieses Jahr die Kameras, erzählte Lee: (aus dem Englischen)

Wir werden hoffentlich Ende des Jahres mit den Dreharbeiten beginnen. Wir haben gerade die Zusage für die Steuererlässe aus Kalifornien bekommen… Gary Doberman hat den neusten Entwurf des Drehbuchs geschrieben, in Zusammenarbeit mit Andy Muschietti, und es wird ein Zweiteiler… Wir sind nah dran, den finalen Entwurf des Drehbuchs fertigzustellen. Hauptsächlich arbeiten wir momentan noch daran, dass das Skript unserem Budget entspricht.

Außerdem bestätigt er, dass Fukunagas Plan, aus der Vorlage zwei Filme zu drehen, beibehalten wird, deutete jedoch an, dass diese möglicherweise irgendwann zu einem langen Epos zusammengeschnitten werden:

Es bleibt sehr nah an der Vorlage, aber auch sehr unterschiedlich, wenn man es als ein literarisches Werk betrachtet…. Wir machen einen Film aus der Sicht der Kinder und einen anderen Film aus der Sicht der Erwachsenen. Beide könnten, wie der Roman, potenziell zusammengeschnitten werden. Es wird wirklich viel Spaß machen, diesen Film zu drehen.

Wenn der Dreh tatsächlich dieses Jahr noch beginnen soll, werden wir hoffentlich bald erfahren, wer die neue Wahl für Pennywise sein wird, denn die Besetzung von Poulter starb höchstwahrscheinlich mit Fukunagas Abgang. Wer auch immer es sein wird, wird keine leichte Aufgabe haben. Obwohl die Miniserien-Adaption von 1990 aus heutiger Sicht schon arg veraltet wirkt, wird kaum jemand abstreiten, dass Tim Curry die Rolle von Pennywise, der als Personifizierung der Urängste und des unsagbar Bösen eine Gruppe Kinder in der Kleinstadt Derry terrorisiert, sich so zu eigen gemacht hat, dass man sich kaum jemand anderen in dem Part vorstellen kann. Diese Miniserie alleine sorgte für Coulrophobie (Angst vor Clowns) in einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen.

Doch so gut Currys Darstellung von Pennywise auch sein mag, der großartige Roman verdient eine Kinoadaption auf hohem Niveau und ich hoffe, dass Andrés Muschietti uns nicht enttäuscht. Bei seinem Debütfilm Mama zeigte er trotz einiger Makel viele Ansätze eines sehr kompetenten Genre-Regisseurs.