Quelle: MTV Happy Sad Confused

Vor einigen Tagen habe ich einen Artikel darüber verfasst, weshalb George Lucas an den neuen Star-Wars-Filmen in keinerlei Weise beteiligt ist. Angesichts der sehr leidenschaftlichen Fangemeinde ist es vermutlich keine Überraschung, dass die Behauptung, das Franchise sei in anderen Händen mittlerweile besser aufgehoben, auf einige heftige Reaktionen gestoßen ist. Dabei wollte ist Lucas seine Verdienste bei Star Wars keinesfalls absprechen. Er legte den entscheidenden Grundstein für die Filme, die zu einer der bedeutendsten Filmreihen aller Zeiten wurden. Doch ich bleibe auch bei der Behauptung, dass seine Inszenierung der Prequels (insbesondere der Episoden I und II), vor allem aber seine Drehbücher, zu wünschen übrig ließen. Ob J.J. Abrams und sein Team eine Verbesserung sein werden, werden wir auch erst ab dem 17.12. wissen. Was viele jedoch vergessen, ist, dass von der Originaltrilogie lediglich der erste Film von Lucas selbst inszeniert und geschrieben wurde (und er leistete dabei hervorragende Arbeit). Bei Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter lieferte Lucas zwar die Plot-Idee und arbeitete mit anderen Autoren an den Drehbüchern mit, überließ die Regie aber jeweils Irvin Kershner und Richard Marquand, die mittlerweile leider verstorben sind.

Ob zum Besseren oder zum Schlechteren, die Prequel-Trilogie hatte Lucas fest in seiner Hand und konnte so seine eigene Vision uneingeschränkt umsetzen. Wie sich nun herausstellt, war es aber nicht immer Lucas‘ Plan gewesen, die Prequels selbst zu inszenieren. Tatsächlich sprach er wohl drei Regisseure im Vorfeld an, bevor er sich auf ihren Ratschlag hin der Filme selbst annahm.

Einer davon war der Oscarpreisträger Ron Howard (Apollo 13, A Beautiful Mind), der diese Information jetzt bei einem Interview mit MTV verraten hat: (aus dem Englischen)

Lucas wollte sie nicht zwingend selbst inszenieren. Er hat mir erzählt, dass er Robert Zemeckis, Steven Spielberg und mich gefragt hat. Ich war der dritte, mit dem er sprach. Sie haben alle das Gleiche gesagt: „George, du musst es machen“. Ich glaube, damals wollte es niemand wagen, in diese Fußstapfen zu treten. Es war eine Ehre, aber es wäre zu beängstigend gewesen.

Ron Howard ist vermutlich der überraschendste der drei Kandidaten. Dass Lucas Steven Spielberg gefragt hat, wundert vermutlich niemanden. Die beiden haben erfolgreich an allen Indiana-Jones-Filmen zusammengearbeitet und sind seit jeher dicke Freunde. Bereits bei Die Rückkehr der Jedi-Ritter wollte Lucas Spielberg als Regisseur, Konflikte mit der Regiegewerkschaft DGA, aus der Lucas zuvor ausgetreten war, haben dies aber verhindert. Auch Robert Zemeckis klingt wie eine sehr passende (und großartige) Wahl. Als Regisseur der Zurück-in-die-Zukunft-Filme hat er auch eine erfolgreiche Beziehung mit Steven Spielberg (der die Filme produziert hat) etabliert und weiß in der Regel als einer der erfolgreichsten Regisseure, was die Zuschauer sehen wollen. Im Falle von Ron Howard muss es wohl am Erfolg von Apollo 13 gelegen haben, dass auch er angesprochen wurde, wobei er für mich definitiv die dritte Wahl hinter Spielberg und Zemeckis gewesen wäre (für Lucas offenbar auch).

Doch letztlich sahen sie es wohl alle gleich – Star Wars war Lucas‘ Baby und es lag an ihm, die Reihe mit den Prequels zum neuen Leben zu erwecken.

Könntet Ihr Euch einen dieser Filmemacher im Regiestuhl eines Star-Wars-Films vorstellen?