Rupert Grint in Moonwalkers (2015) © Universal Pictures Germany

Quelle: TVLine

Gerade wenn man glaubt, dass der Serienadaptionswahn nach den Flops von „Limitless“, „Minority Report“, „Uncle Buck“, „Rush Hour“ und diversen weiteren langsam abebben könnte, fällt das Los dann doch noch auf einen weiteren beliebten Film, der sich demnächst als Serie behaupten muss.

Guy Ritchies kultige Gangsterkomödie Snatch – Schweine und Diamanten wird demnächst vom VOD-Anbieter Crackle (der auch die Horrorspieladaption Dead Rising: Watchtower produzierte) zur Serie umgewandelt. Ursprünglich wurde die Adaption im April angekündigt, ist jedoch an mir völlig vorbeigegangen (bewusste Verdrängung?). Jetzt wird es konkret. Crackle erteilte den Auftrag für zehn Folgen der „Snatch“-Serie und Harry-Potter-Star Rupert „Ron Weasley“ Grint wird darin die Hauptrolle übernehmen. An seiner Seite werden „Hemlock Grove“-Star Dougray Scott sowie „Gossip Girl“-Schauspieler Ed Westwick in einer wiederkehrenden Rolle zu sehen sein.

Als Vorbild nehmen sich die Macher die Serienadaption des Coens-Films Fargo, insofern als dass „Snatch“ eine eigene Geschichte erzählen, aber dennoch den Geist des Originalfilms behalten soll. In der ersten Staffel findet eine Gruppe junger Kleinkrimineller einen Truck voll mit gestohlenen Goldbarren und gerät so in die gefährliche Welt des organisierten Verbrechens.

One-Punch Mickey, Franky-Four-Fingers, Boris – Die Klinge, Turkish und diverse andere illustre Figuren von Snatch sind dank ihren grandiosen Darstellern, dem rasanten Drehbuch und der Inszenierung von Ritchie zu Legenden des Gangsterkinos geworden. Bube, Dame, König, grAS war zwar Ritchies Durchbruch und die Blaupause für Snatch, doch es war letztlich Snatch (nicht zuletzt dank Brad Pitts herrlich exzentrischer Rolle), der Ritchie die weltweite Anerkennung einbrachte. Die Messlatte für eine Serienadaption liegt also sehr hoch. Natürlich hat „Fargo“ gezeigt, was möglich ist, wenn man sich an Kultfilme heranwagt, doch der Kabelsender FX und Darsteller wie Martin Freeman und Billy Bob Thornton bringen größeres Potenzial mit sich als Crackle, Grint und Scott. Außerdem wurde „Fargo“ nicht nur mit dem Segen der beiden Coen-Brüder produziert, sie selbst fungierten als ausführende Produzenten hinter den Kulissen, während Guy Ritchie in keinem Wort im Zusammengang mit der Produktion der „Snatch“-Serie erwähnt wird. Gerne lasse ich mich überraschen und eines besseren belehren, doch angesichts der Fülle an interessanten Originalserien bleibe ich hinsichtlich „Snatch“ vorerst skeptisch. Immerhin freut es mich für Rupert Grint, der endlich wieder eine nennenswerte Hauptrolle nach Harry Potter ergattern konnte. Im Gegensatz zu seinen Co-Stars Daniel Radcliffe und Emma Watson hat er nach dem Ende der Fantasy-Filmreihe nur selten von sich hören lassen.