Sam Raimi

Sam Raimi am Set von Drag Me to Hell (2009) © Ghost House Pictures

Quelle: Variety

Während Disney immer noch an einem Sequel zu Die fantastische Welt von Oz arbeitet, sieht es nicht danach aus, als würde Regisseur Sam Raimi für die Fortsetzung zurückkehren. Der Filmemacher produziert aktuell mit seiner Firma Ghost House Pictures die Adaption des umjubelten Erfolgsspiels "The Last of Us", doch ob er auch auf dem Regiestuhl sitzen wird, ist noch unbekannt. Bei seinem möglicherweise nächsten Projekt wird Raimi allerdings eine Auszeit von großen Blockbustern und Horrorfilmen nehmen und sich an einem für ihn neuen Genre versuchen – dem Kriegsfilm. In The Outpost (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen britischen Horrorstreifen) verfilmt Raimi den Kampf um Kamdesh. Als Vorlage dient ihm dabei das Sachbuch des CNN Journalisten Jake Tapper "The Outpost: An Untold Story of American Valor". Darin erzählt Tapper von dem Angriff der Taliban-Aufständischen am 3. Oktober 2009 auf dem Außenposten Keating der US-Armee in der afghanischen Provinz Kamdesh. Dabei standen 53 US-Soldaten etwa 400 Taliban-Kriegern gegenüber. Zwar konnte mit späterer Luftunterstützung der Angriff abgewehrt werden, doch der Kampf kostete viele Leben. Der Außenposten wurde daraufhin von der Armee verlassen und dem Erdboden.

Wer aber jetzt schon in Vorstellung des US-Pathos und Heldentum die Augen verdreht, tut dies womöglich zu früh. Zwar geht es darin um den Mut der Soldaten, aber auch um den Leichtsinn der Befehlshaber in Washington und die Intransparenz dieses Krieges. In einer Untersuchung nach dem Angriff hat Pentagon nämlich festgestellt, dass es überhaupt keinen Grund dafür gab, dass der Außenposten sich an jener gefährlichen Stelle überhaupt befand.

Für Raimi wäre The Outpost der erste Film ohne jegliche fantastische oder übernatürliche Elemente seit dem Baseball-Drama Aus Liebe zum Spiel von 1999. Momentan steht er als Regisseur noch nicht fest, sondern nur als Produzent, jedoch ist es laut Variety wahrscheinlich, dass er den Film auch inszenieren wird. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Eric Johnson und Paul Tamasy (The Fighter). Ich denke, dass der Film durchaus Potenzial hat, insbesondere da nur wenige gute filmische Abhandlungen über die letzten beiden Kriege der USA produziert wurden und auf Raimi als Regisseur in der Regel Verlass ist.