Roadies Ende

Quelle: Showtime

Was ist mit Cameron Crowe passiert? Vor etwa 15 Jahren sah es noch so aus, als sei Crowe der nächste große Filmemacher Hollywoods. Mit Jerry Maguire gelang ihm der große Durchbruch, der zu einem Riesenhit an den Kinokassen wurde und fünf Oscarnominierungen einheimste. Vier Jahre später inszenierte er mit dem semi-autobiografischen Almost Famous eine wundervolle Liebeserklärung an "Sex, Drugs & Rock ’n' Roll" der Siebziger, die für viele bis heute als Crowes bester Film gilt und ihm auch einen Oscar als Drehbuchautor einbrachte. Mit dem Remake Vanilla Sky schlug er ein Jahr später eine ganz neue Richtung ein. Der Film hatte nicht nur Befürworter, wurde jedoch auch zu einem Kassenschlager, u. a. weil sich Hauptdarsteller Tom Cruise damals auf dem Höhepunkt seiner Popularität befand.

Doch dann ging es für Crowe steil abwärts. Vier Jahre nach Vanilla Sky wurde mit Elizabethtown eine Tragikomödie veröffentlicht, die ähnliche Themen behandelte wie Garden State ein Jahr zuvor, jedoch mit einem arg fehlbesetzten Orlando Bloom und mit deutlich kleinerer emotionaler Wucht als Zach Braffs Film. Elizabethtown ging an den Kinokassen unter und es vergingen ganze sechs Jahre bis Crowes nächstem Film. Wir kaufen einen Zoo mit Matt Damon und Scarlett Johansson hat sich ordentlich an den Kinokassen geschlagen und war insgesamt ein passabler, wenn auch sehr harmloser und letztlich überhaupt nicht erinnerungswürdiger Film. Mit Sicherheit war es keine Rückkehr zur Form für den Regisseur von Almost Famous und Jerry Maguire. Vier weitere Jahre später scheiterte auch das Comeback des Regisseurs mit Aloha. Die Dramödie mit Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray und Alec Baldwin klang auf Papier alleine der Besetzung wegen nach einem Volltreffer wurde aber von der Kritik verrissen, wie kein anderer Cameron-Crowe-Film zuvor, und floppte bitterböse an den Kinokassen.

Daraufhin tat Cameron Crowe das, was viele Filmschaffende heutzutage tun, wenn es im Kino gerade nicht klappt – er versuchte sich an seiner ersten TV-Serie und wie Aloha, klang diese zunächst nach einem perfekten Projekt, um Crowe zurück ins Spiel zu bringen. Mit "Roadies" kehrte er wieder in die Welt der Musik zurück, die er bereits so treffsicher in Almost Famous darstellte. Luke Wilson, Carla Gugino, Imogen Poots, Rafe Spall und Keisha Castle-Hughes gehörten zum Cast dieser Serie über die unbekannten Helden hinter den Kulissen eines großen Band-Tournees. Zudem zeichnete sich J.J. Abrams für die Produktion mitverantwortlich.

Doch Crowes Pechsträhne ging weiter. Bereits während der Produktion gab es erste Probleme, als die ursprünglich besetzte Christina Hendricks ("Mad Men") durch Carla Gugino ersetzt wurde, weil Hendricks plötzlich doch nicht mehr zur Gestaltung der Rolle passte. Zum Release stieß "Roadies" auf maue Reaktionen der Kritiker und erreichte bei Showtime kaum Zuschauer. Keine einzige Episode der ersten Staffel konnte gar 400,000 Zuschauer füpr sich begeistern und nach dem Ende der zehnteiligen ersten Season hat der Sender jetzt konsequent den Stecker gezogen. Crowes Comeback muss also noch warten. Es ist wohl keine gute Zeit für Serien über die Welt Rockmusik (siehe auch "Vinyl" und "Sex&Drugs&Rock&Roll").

Unten findet Ihr einen Trailer zu "Roadies":

https://youtu.be/1WnLeNWBoMU