Rechts: Rami Malek in „Mr. Robot“ © USA Network

Quelle: Deadline

Elvis, Johnny Cash, Ray Charles, James Brown und Biggie Smalls – über alle diese Musiker wurden bereits mal mehr, mal weniger erfolgreiche Filme gedreht. Erreicht man als Künstler ein gewisses Level an Popularität, ist es sehr wahrscheinlich, dass Hollywood früher oder später an einem Biopic interessiert sein wird, spätestens nach dem Tod der jeweiligen Person. Ray und Walk the Line sind die erfolgreichsten und bekanntesten Beispiele aus den letzten 20 Jahren.

Neben Kurt Cobain ist „Queen“-Frontmann Freddie Mercury vermutlich der bekannteste verstorbene Sänger aller Zeiten, über den noch keine Filmbiografie existiert. Doch das soll sich schon bad ändern. Das sich seit 2010 in Entwicklung befindende Biopic Bohemian Rhapsody (benannt nach einem der erfolgreichsten Songs der Band) hat mit dem „Mr. Robot“-Star Rami Malek endlich einen neuen Hauptdarsteller gefunden und vielleicht sogar einen Regisseur. Optisch mag er vielleicht nicht die naheliegendste Wahl sein, doch wie das Foto von Gary Oldman als Winston Churchill zeigt, kann gutes Makeup heutzutage jeden in jeden verwandeln. Was viel wichtiger ist, ist das entsprechende Arsenal an schauspielerischen Fähigkeiten und jeder, der „Mr. Robot“ gesehen hat, weiß, dass Emmy-Gewinner Malek ein überragender Darsteller ist.

Er ist der dritte Schauspieler, der seit 2010 mit der Rolle in Verbindung gebracht wird. Lange Zeit sollte der Comedian Sacha Baron Cohen Mercury verkörpern und wäre in meinen Augen die perfekte Wahl gewesen, doch Uneinigkeit mit den lebenden Bandmitgliedern von „Queen“ über die Darstellung von Mercurys ausschweifendem Lebensstil bewegte Cohen dazu, das Projekt 2013 zu verlassen. Seitdem war Ben Whishaw („London Spy“) kurzeitig im Gespräch für den Part.

Auch an der Regiefront gab es bereits einige Kandidaten in der Vergangenheit, darunter Stephen Frears (Die Queen) und Dexter Fletcher (Eddie the Eagle). Der neuste Anwärter ist X-Men-Regisseur Bryan Singer, für den es sein „kleinster“ Film seit Der Musterschüler vor 18 Jahren wäre und auf jeden Fall eine interessante Abwechslung zu den effektreichen Blockbustern, an denen er in den letzten Jahren gearbeitet hat.

Der aktuelle Drehbuchentwurf zu Bohemian Rhapsody stammt aus der Feder von Anthony McCarten, der auch das Drehbuch zu Joe Wrights Churchill-Film Darkest Hour schrieb. Ob der Film einen bestimmten Abschnitt in Freddie Mercurys Leben besonders in den Fokus rücken wird oder ein umfassendes Biopic von den Anfängen von „Queen“ bis zum Tod von Mercury sein wird, ist noch nicht klar. Ich hoffe auf Ersteres, denn je größer der Zeitraum ist, den Filmbiografien zu erfassen versuchen, desto oberflächlicher bleiben sie in der Regel.