Prince Charming Film

Quellen: The Hollywood Reporter, The Guardian

Ich hoffe Ihr habt die Berichte über Märchenfilme von Disney noch nicht satt, denn ein Ende ist nicht in Sicht. Diesmal ist es jedoch kein bestimmter Zeichentrickfilm des Studios, der einer Umwandlung in einen Realfilm unterzogen wird (à la Cinderella oder Maleficent), sondern viel eher ein Charakter-Stereotyp, der durch Disneys Filme popularisiert und geprägt wurde: Prince Charming, der für gewöhnlich heroische, gutaussehende, aber auch langweilige männliche Held vieler Zeichentrickfilme, dessen einzige Funktion es häufig ist, eine Prinzessin aus der Not zu retten. Gerade Filme wie Dornröschen, Cinderella und Schneewittchen und die sieben Zwerge bieten Musterbeispiele des Charakters. Bereits die Shrek-Filme erkannten die Belanglosigkeit der Figur und machten aus ihr kurzerhand einen Antagonisten. Disney selbst nahm Prince Charming mit Filmen wie Verwünscht und Die Eiskönigin in den letzten Jahren auf die Schippe oder hat sie gar subvertiert.

Auch der Prince-Charming-Kinofilm soll keine Geschichte des strahlenden Ritters in weißer Rüstung sein, sondern einen revisionistischen Weg (spätestens seit Maleficent ebenfalls ein sehr beliebter Ansatz) gehen. Anstelle des Prince Charming selbst, wird die Hauptfigur des Film dessen etwas weniger charmanter Bruder sein. Mehr Details gibt es noch nicht, doch eigentlich kann sich auch mit diesen Angaben jeder die Geschichte mehr oder weniger ausmalen. Matt Fogel, auf dessen Konto bislang nur das unvergessliche Meisterwerk Big Mama’s Haus – Doppelte Portion geht, hat das Drehbuch zum Prince-Charming-Film geschrieben. Der Film wird sich Mulan, Das Dschungelbuch, Die Schöne und das Biest, Dumbo, dem Aladdin-Prequel, Die Hexe und der Zauberer sowie den Sequels zu Alice im Wunderland und Maleficent in den nächsten Jahren anschließen, sodass wir schon bald vermutlich 2-3 Märchenfilme von Disney pro Jahr im Kino zu sehen bekommen werden. Immerhin ist die Idee im vorliegenden Fall etwas originell.