Quelle: The Hollywood Reporter

Das Reboot, ein Wort, das eigentlich die negativen Konnotationen des unliebsamen „Remakes“ vermeiden sollte, kann eingefleischte Filmfans zur Weißglut treiben. Eigentlich ist es ja schon ein wenig irrational, da ein Reboot (oder meinetwegen ein Remake) ja nicht die Existenz des Originals negiert. Dieses existiert auch weiter und, mit etwas Glück, findet der Originalfilm dank dem Reboot noch einige neue Zuschauer, die nach der Neuauflage, doch noch das Original entdecken möchten.

Nichtsdestotrotz reagieren viele Filmfans abweisend, was Remakes von anerkannten Filmklassikern angeht und protektiv, was die Originale betrifft (obwohl sie dann letztlich doch das Geld hinlegen und sich das Reboot anschauen, um darüber schimpfen zu dürfen). Selten rufen Reboots schon im Vorfeld Begeisterung hervor und die Daseinsberechtigung vieler dieser Neuauflagen kann man in Frage stellen.

Und doch gibt es hin und wieder Reboots, über die man eigentlich gerne ablästern würde und die an sich nicht nötig gewesen wären, die aber zugleich auch sehr gute Voraussetzungen mit sich bringen. Ein Beispiel, das in meinen Augen direkt in diese Kategorien fällt, ist das soeben angekündigte Reboot von John McTiernans Predator aus dem Jahre 1987. Predator, der eine Fortsetzung, zwei Alien-Crossover und ein Quasi-Reboot aus dem Jahre 2010 (Predators) nach sich zog, gehört zu den absoluten Klassikern unter Sci-Fi-Actionfilmen. Weshalb zum Teufel sollte man sich also auf eine Neuauflage freuen? Deshalb: Shane Black und Fred Dekker.

Shane Black, der zuletzt Iron Man 3 inszenierte und ansonsten für seine Drehbücher zu Lethal Weapon, Last Boys Scout und Last Action Hero bekannt ist, wurde von 20th Century Fox angeheuert, um Predator zurück in die Kinos zu bringen. Black soll einen Entwurf der Geschichte schreiben und wird den Film auch inszenieren. Aber es wird noch besser: basierend auf Blacks Entwurf wird Fred Dekker das Dehbuch zum Predator-Reboot schreiben. „Fred wer?“ fragt manch einer. Dekker hat gemeinsam mit Shane Black das Drehbuch zu Monster Busters (OT: The Monster Squad), einer absoluten Kult-Horrorkomödie der Achtziger verfasst. Außerdem hat Dekker Die Nacht der Creeps geschrieben und inszeniert. Seit 20 Jahren hat er jedoch an keinem Film mehr gearbeitet.

Es stimmt, Predator braucht kein Reboot, doch niemand hat je geglaubt, dass Fox den Charakter einfach auf ewig ruhen lässt. Die Gerüchte über eine mögliche Fortsetzung zu Robert Rodriguez‘ Predators erwiesen sich als unwahr, sodass ein direktes Reboot wohl der nächste logische Schritt ist. Viel besser als mit Shane Black und Fred Dekker an Bord, hätten die Voraussetzungen nicht sein können. Black war übrigens am Originalfilm von 1987 nicht unbeteiligt. Nicht nur spielte er eine kurze Rolle in dem Film, er hat auch das finale Drehbuch überarbeitet und sollte am Set ein Auge auf den damals noch recht unerfahrenen John McTiernan werfen.

Ob der neue Predator irgendwie in die bestehende Kontinuität der bisherigen Filme hineinpassen wird und ob Arnie wieder auftreten darf, wissen wir noch nicht. Sehr bald ist mit dem Film nicht zu rechnen. Black plant zunächst die Inszenierung seiner Noir-Komödie The Nice Guys, deren Drehstart im Herbst sein sollte.