© 2015 Universal Pictures

Quellen: Universal Pictures, Variety

Dieses Jahr hat den meisten Hollywood-Studios anschaulich vorgeführt, dass die bewährte Erfolgsformel, zu einem Kinohit ein Sequel zu produzieren, nicht mehr so erfolgsversprechend ist, wie sie einst war. Mit Die Unfassbaren 2, Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln, Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows, Bad Neighbors 2, Independence Day: Wiederkehr  und vielen anderen ist die Anzahl der Fortsetzungen, die an den Kinokassen enttäuscht haben oder gar gefloppt sind, hoch. Gegenbeispiele gibt es 2016 nur wenige. Und sogar erfolgreiche Sequels wie Ride Along 2: Next Level Miami und Conjuring 2 haben dennoch weniger als ihre Vorgänger eingenommen. Gerade bei Komödien erscheint es sehr schwierig, den Erfolg des Originals zu wiederholen. Neben Bad Neighbors 2 und Ride Along 2 mussten das in letzter Zeit auch Zoolander 2, Kill the Boss 2 und Ted 2 auf harte Tour lernen.

Umso bemerkenswerter ist eigentlich der Riesenerfolg von Pitch Perfect 2, der letzten Sommer in Nordamerika sogar die von der Kritik umjubelte und später oscarnominierte $150-Mio-Produktion Mad Max: Fury Road abhängte und stolze $184 Mio einspielte – fast das Dreifache der Einnahmen des Originals zweieinhalb Jahre zuvor. Kam der erste Pitch Perfect 2012 noch auf $115 Mio weltweit, sammelte das Sequel $288 Mio ein und wurde mit einem Budget von nur $29 Mio zu einer der rentabelsten Studio-Investitionen des letzten Jahres. Der erste Film war ein solider, aber eher stiller Hit in den Kinos, doch dank dem Erfolg des Soundtracks und v. a. Anna Kendricks Hit-Single „Cups“, explodierte der Film im Heimkino, sodass zum Start des Nachfolgers dieser von den Zuschauern wie ein großer Kino-Blockbuster erwartet wurde.

Vor fast genau einem Jahr hat Universal natürlich Pitch Perfect 3 für Juli 2017 angekündigt und zugleich die Rückkehr der Stars Anna Kendrick (Beca) und Rebel Wilson (Fat Amy) sowie Elizabeth Banks als Regisseurin bestätigt. Gerade Kendricks Rückkehr erschien im Vorfeld etwas unsicher, da sie eigentlich eine Auszeit von Gesangsrollen nehmen wollte und bereits im zweiten Tel doch leider etwas lustlos agierte. Überzeugt hat sie vermutlich ein saftiger Gehaltsscheck, den Kendrick mit Universal für Pitch Perfect 3 aushandeln konnte. Unbestätigten Berichten zufolge, soll Kendrick für den dritten Film $6 Mio Gage kassieren und dazu noch am Einspiel des Films prozentuell beteiligt werden. Für Pitch Perfect 2 gab’s noch $2 Mio. Rebel Wilson, die für den zweiten Film ebenfalls $2 Mio verdiente, erhielt hingegen eine deutlich geringere Gehaltserhöhung. Ihre Gage für den dritten Teil soll $2,8 Mio betragen, was ein wenig wundert, denn schließlich ist sie für den Erfolg der Filme genau so ausschlaggebend wie Kendrick (hat aber anscheinend schlechtere Agenten).

Die ursprüngliche Planung des Studios ist aber jetzt etwas durcheinander geraten. Nachdem sich die Arbeit an dem Drehbuch zu Pitch Perfect 3, das wieder aus der Feder von Kay Cannon stammt, etwas verzögert hat, mussten die Dreharbeiten zum Sequel bis nach diesem Sommer verschoben werden. Damit ging auch eine Verschiebung des Kinostarts einher. Pitch Perfect 3 wird jetzt zu einem Weihnachts-Event: der Film soll am 21.12.2017 in die deutschen Kinos kommen, nur eine Woche nach dem Start von Star Wars: Episode VIII und am selben Wochenende wie Die Croods 2. Die Konkurrenz muss Pitch Perfect 3 jedoch nicht fürchten, denn durch seine starke Ausrichtung an weibliche Kinogänger, fungiert der Film als Kontrastprogramm. Die Tina Fey/Amy Poehler-Komödie Sisters (übrigens von Jason Moore inszeniert, dem Regisseur des ersten Pitch Perfect) feierte letzten Dezember auch große Erfolge trotz des Starts kurz nach Star Wars.

Doch die Terminverschiebung hatte eine weitreichende Wirkung, denn wenige Tage nach der Bekanntgabe des neuen Kinostarts hat Elizabeth Banks den Regieposten verlassen. Als Grund gab sie terminliche Schwierigkeiten an und ihre elterlichen Pflichten an. Sie bleibt weiterhin fester Bestandteil der Reihe und wird im Film mitspielen sowie ihn produzieren. Mit Pitch Perfect 2 feierte Banks ihr Spielfilm-Regiedebüt. Jetzt muss Universal möglichst schnell Ersatz finden, denn um den neuen Starttermin einzuhalten, sollten die Dreharbeiten spätestens Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres anlaufen. Wie wäre es denn wieder mit Jason Moore, der beim ersten Teil schon tolle Arbeit geleistet und den Film viel Energie verliehen hat?

Neben Kendrick, Wilson und Banks wurde bislang nur noch Brittany Snow als Chloe für den dritten Film bestätigt. Hailee Steinfeld, das neuste Mitglied der Barden Bellas in Pitch Perfect 2, soll einen Vertrag über zwei Filme unterschrieben haben, bevor sie an Bord kam, doch auch sie wurde für Teil 3 noch nicht bestätigt. Wen würdet Ihr gerne noch im dritten Film wiedersehen?