Paul Thomas Anderson Daniel Day Lewis Film

Paul Thomas Anderson und Daniel Day-Lewis am Set von "There Will Be Blood" (2008) © Paramount Pictures

Quelle: Universal Pictures

Diesen Monat werden in Los Angeles zum 89. Mal die Oscars verliehen und man kann jetzt schon mit relativer Sicherheit sagen, dass La La Land die Zeremonie mit vielen Auszeichnungen verlassen wird. Doch es ist nie zu früh, darüber zu spekulieren, welche Filme aus diesem Jahr bei den Oscars 2018 für Aufsehen sorgen könnten. Ein sehr wahrscheinlicher Kandidat ist der neue, noch unbetitelte Film des Ausnahme-Regisseurs Paul Thomas Anderson, dessen Dreharbeiten vor wenigen Tagen in Großbritannien begonnen haben. Zugegeben, das dachte ich vor einem Jahr auch über Martin Scorseses Silence, der letzten Endes lediglich eine einzige Oscarnominierung erhielt, doch Vieles spricht für Andersons Projekt. Nach seinen faszinierenden aber schwer verdaulichen Werken The Master und Inherent Vice – Natürliche Mängel taucht Anderson mit seiner achten Regiearbeit in die Modewelt von London der fünfziger Jahre ein. Daniel Day-Lewis spielt in dem Film einen gefeierten, kompromisslosen Designer, dessen Dienste sowohl in der High Society als auch unter Mitgliedern der königlichen Familie gefragt sind.

Wenn einer der außergewöhnlichsten Regisseure unserer Zeit, der noch vor dem Alter von 30 Perlen wie Boogie Nights und Magnolia drehte, mit einem der besten Schauspieler aller Zeiten zusammenarbeitet, sind die Erwartungen zu Recht enorm hoch. Als die beiden sich 2008 erstmals zusammentaten, kam dabei There Will Be Blood heraus, ein Film, der auch in 50 Jahren als eines der großen Meisterwerke des US-amerikanischen Kinos gelten wird. Für acht Oscars wurde There Will Be Blood nominiert, zwei gewann er, darunter die zweite Trophäe für Day-Lewis, der einige Jahre später für Lincoln als erster Schauspieler überhaupt den dritten "Hauptdarsteller"-Oscar erhielt. Anderson ging hingegen trotz sechs Nominierungen, davon vier für seine Drehbücher, bislang immer leer aus. Es erscheint mir aber als unausweichlich, dass seine Stunde früher oder später kommen wird – vielleicht sogar schon nächstes Jahr. Und könnte Day-Lewis gar Chancen auf einen vierten Oscar haben? Andersons bisherige sieben Filme ergatterten insgesamt acht Oscarnominierungen für ihre Schauspieler. Dass Day-Lewis wieder eine fantastische Performance abliefern wird, steht außer Zweifel. Unterstützung bekommt er im Film von der Britin Lesley Manville (Another Year) und der luxemburgischen Schauspielerin Vicky Krieps (A Most Wanted Man).

Auch hinter der Kamera versammelte Anderson ein bewährtes Team. Der oscarprämierte Kostümdesigner Mark Bridges arbeitete bislang an jedem Film mit Anderson zusammen. Für den Schnitt ist der zweifach oscarnominierte Dylan Tichenor (There Will Be Blood, Zero Dark Thirty) verantwortlich. Auch Szenenbildner Mark Tildesley arbeitet bereits zum vierten Mal mit Anderson zusammen. Die Musik zum Film komponiert "Radiohead"-Gitarrist Jonny Greenwod, der auch für die unvergesslichen Klänge von There Will Be Blood verantwortlich war. Ja, es gibt wirklich jeden Grund, sich auf den Film zu freuen!

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