Quelle: Sony Pictures

Nach den Box-Office-Flops von Mission to Mars und Red Planet 2000 galten ernste Weltraumabenteuer, die nicht Teil der Star-Trek– oder Star-Wars-Franchises waren, lange Zeit als Kassengift und es wagten sich bestenfalls kleinere Indie-Produktionen wie Moon ins Weltall, die weniger auf spektakuläre Bilder setzten und mehr auf philosophische Fragen. Natürlich hat schon Stanley Kubrick mit 2001 – Odyssee im Weltraum bewiesen, dass beides sich gegenseitig keineswegs ausschließt, doch Studios blieben jahrelang lieber auf der Erde und verzichteten auf teuere Weltraum-Epen.

Alles änderte sich 2013, als Gravity mit mehr als $700 Mio Einspiel zu einem weltweiten Hit wurde, zehn Oscarnominierungen erhielt und sieben Oscars gewann. Plötzlich waren Weltraum-Blockbuster im Trend und seitdem etablierte sich ein Muster von erfolgreichen und umjubelten Blockbustern, die im Weltraum spielen und gegen Ende des Jahres ins Kino kommen. Vor zwei Jahren war es Christopher Nolans Interstellar, der $675 Mio einspielte und für fünf Oscars nominiert war und vergangenes Jahr kämpfte Matt Damon in Der Marsianer ums Überleben und erhielt dafür eine Oscarnominierung, während sechs weitere an den Film gingen. Die gemeinsamen Nenner aller dieser Filme sind visionäre Regisseure (Alfonso Cuarón, Christopher Nolan, Ridley Scott) und jeweils ein ganz großer Star im Mittelpunkt (Sandra Bullock, Matthew McConaughey, Matt Damon).

Getreu dem Motto „Man soll nicht reparieren, was nicht kaputt ist“, geht es dieses Jahr munter weiter. Pünktlich zur Weihnachtszeit startet in den USA das Weltraum-Abenteuer Passengers, in dem zwei der aktuell heißesten Stars Hollywoods die Hauptrollen übernahmen: Jennifer Lawrence (Silver Linings) und Chris Pratt (Jurassic World). Sie spielen Aurora und Jim, Passagiere eines Raumschiffs auf dem Weg zu einer neuen interstellaren Heimat, die eigentlich 120 Jahre im Kälteschlaf verbringen sollten, aufgrund einer Fehlfunktion aber 90 Jahre zu früh aufwachen. Mit der Aussicht, den Rest ihrer Leben auf dem Raumschiff zu verbringen, kommen sich die beiden näher, die Funken sprühen….doch dann stellen sie fest, dass das Schiff in großer Gefahr ist und nicht nur ihre Leben bedroht sind, sondern auch die ihrer 5000 schlafenden Mitreisenden.

In Passengers erwarten den Zuschauer Romantik und Katastrophe im Weltall. In den USA startet der Film pünktlich zur Weihnachtszeit, inmitten der Oscar-Saison. Mit Morten Tyldum (Imitation Game) als Regisseur und seinen beiden unwiderstehlich charmanten Stars hat der Film gute Chancen, sowohl an den Kinokassen als auch bei der Academy guten Eindruck zu schinden. Oder haben sich die Zuschauer mittlerweile an Survival-Geschichten im Weltall schon wieder sattgesehen?
Der erste Trailer zu Passengers setzt auf die Chemie seiner beiden Hauptdarsteller und Bilder, die auf der Leinwand bestimmt atemberaubend (wenn auch nicht ganz neu) aussehen werden. Letzten Endes ist es das Traumpaar Lawrence und Pratt, für das die meisten Zuschauer die Kinos stürmen werden – und wer kann es ihnen auch verübeln? In kürzester Zeit entwickelten sich beide zu den beliebtesten Schauspielern der Traumfabrik. Gerade Lawrence, die im zarten Alter von 26 bereits auf vier Oscarnominierungen, einen gewonnenen Oscar und zwei große Franchises zurückblicken kann, macht jeden Film mit ihrer Beteiligung zu einem Muss für mich.

Deutscher Trailer

Originaltrailer

Passengers Trailer & Poster

Passengers wird am 5.01.2017 auch unsere Kinos erreichen (natürlich in 3D). Es ist ein Projekt, das sich bereits seit 2008 in Entwicklung befindet und ursprünglich ganz anders aussehen sollte. Einst war der Film als Vehikel für Keanu Reeves und Reese Witherspoon geplant und sollte ein bescheidenes $35-Mio-Budget tragen. TV-Regisseur Brian Kirk sollte mit dem Film sein Regiedebüt feiern. Doch die Produktion verzögerte sich, Witherspoon stieg aus und Rachel McAdams kam an ihre Stelle. Als auch sie den Film verlassen hat, legte The Weinstein Company Passengers auf Eis und verlor später die Rechte, die Sony sich 2014 ersteigerte. Unter Sony wurde Passengers, mit Sicherheit beflügelt durch den Erfolg von Gravity und Interstellar, deutlich größer und die Besetzung mit Lawrence und Pratt namhafter (nichts gegen Reeves, Witherspoon und McAdams, aber die aktuelle Kombination der Hauptdarsteller bevorzuge ich). Das Budget blähte sich zu $120 Mio auf, wobei dies zum Teil natürlich auch an den satten Gehaltsschecks für die Hauptdarsteller lag. Lawrence erhielt für den Film $20 Mio und wird mit 30% an dem Profit beteiligt sein, während Chris Pratt $12 Mio bezahlt wurde.

Bald werden wir erfahren, ob die Investition sich gelohnt hat.