Of Kings and Prophets

Quelle: ABC

Spätestens seit Die Passion Christi von Mel Gibson in den USA mehr als $370 Mio in die Kinokassen gespült hat, obwohl der Film mit Untertiteln in den Kinos lief, wurden die Studios daran erinnert, dass die Bibel eine Goldgrube ist. Eigentlich hätte man es schon seit Cecil B. DeMilles Die zehn Gebote wissen sollen, der inflationsbereinigt bis heute einer der größten Kinohits aller Zeiten in den USA ist.  Die Adaption von Die Chroniken von Narnia, eine kaum subtile Bibel-Allegorie, hat das noch einmal bestätigt. Obwohl die Bibel-thematischen Filme seitdem mal mehr, mal weniger erfolgreich liefen, war das Potenzial immer da und wartete auf die richtigen Treffer.

Im Fernsehen ist der Trend erst etwas später angekommen, mit der Miniserie "Die Bibel" (2013) des Senders HISTORY. Die Sendung begeisterte ein Riesenpublikum und aus dem Material wurde der ebenfalls recht erfolgreiche Kinofilm Son of God zusammengeschnitten. Die Bibel war also auch im Fernsehen angekommen. NBC bestellte daraufhin eine Fortsetzungsserie zu "Die Bibel", unter dem Titel "A.D.: The Bible Continues".

In der kommenden Fernseh-Saison möchte nun auch ABC mitmischen und schickt "Of Kings and Prophets" ins Rennen. Die Serie erzählt die Geschichte des ersten Königs von Israel, Saul, und seines Nachfolgers David aus dem 1. und 2. Buch Samuel. Dabei strebt die Serie offensichtlich an, einerseits die bibeltreuen Zuschauer zu locken, andererseits aber auch historische Massenunterhaltung mit Action, Intrigen und ein wenig Erotik zu bieten, wie man im ersten Trailer sehen kann. Hier wird gekämpft, fremdgegangen, geflirtet und verraten:

Wie es in allen Hollywood-Produktionen üblich ist, wurde für die Hauptrolle von Saul natürlich ein sehr weißer Schauspieler besetzt – der fantastische Brite Ray Winstone aus Departed – Unter Feinden und Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels. Winstone ist mit Bibelthemen bestens vertraut, spielte er doch bereits im TV-Zweiteiler "Ben Hur", im ersten Narnia-Film und zuletzt als Bösewicht in Darren Aronofskys Noah mit. Sein Saul scheint in der Serie eine sehr komplexe und interessante Figur zu sein, der Rest sieht eher nach Seifenoper im Bibelgewand aus. Beim Anschauen des Trailers kann ich mich des Gedanken nicht erwehren, dass eine Serie wie diese bei einem Kabelsender, der tatsächlich etwas zeigefreudiger sein dürfte, besser aufgehoben wäre. Ich bin auch skeptisch, was den Quotenerfolg der Serie betrifft. Die Kombination von einem Historienepos mit biblischer Thematik hat Ridley Scotts Exodus nicht davor bewahrt, gnadenlos an den Kinokassen unterzugehen.