Quelle: USA Network

Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass eine neue Hackerserie des Kabelsenders USA (hauptsächlich verantwortlich für leichte Kost wie „White Collar“ oder „Suits“) mit Christian Slater und einem Darsteller aus Need for Speed in den Hauptrollen mich so sehr in ihren Bann ziehen würde wie keine andere Serie seit dem Ende von „Breaking Bad“, hätte ich nur ungläubig den Kopf geschüttelt. Sogar meinen Vorberichten zu der Serie kann man die Skepsis, die ich ursprünglich hinsichtlich „Mr. Robot“ hatte, leicht anmerken. Wie sehr ich mich getäuscht habe und wie froh ich doch darüber bin.

Neben „Marvel’s Jessica Jones“ war „Mr. Robot“ schlicht und ergreifend die beste neue Serie des letzten Jahres. Mit ihrer virtuosen Regie, einigen überraschend mutigen Entscheidungen und einem unheimlich fesselnden (oder fesselnd unheimlichen) Spiel des Hauptdarstellers Rami Malek begeisterte mich „Mr. Robot“ ab Folge 1 und ließ seitdem nicht nach. Innerhalb der zehn Folgen der ersten Staffel wartete die Serie mit zahlreichen, zum Teil wirklich überraschenden Wendungen auf und hinterließ mit dem Finale einen bleibenden Eindruck. Dass der Sender USA eine so düstere, konsequente und zum Teil wirklich abgefuckte Serie produzieren würde, hätte ich mir im Traum nicht ausmalen können. Es war sicherlich ein Risiko und es wurde belohnt: bei den letzten Golden Globes gewann die Serie gleich zweimal, als „Beste Dramaserie“ und für Christian Slater als „Besten Nebendarsteller“. Bei den nächsten Emmys wird „Mr. Robot“ ebenfalls mit Sicherheit eine große Rolle spielen.

Serienschöpfer Sam Esmail verriet, dass „Mr. Robot“ ursprünglich als Film konzipiert wurde und die erste Staffel in etwa dem ersten Akt des Films entspricht. Man kann nur hoffen, dass „Mr. Robot“ kein One-Season-Wonder à la „Heroes“ ist und ihr Pulver in der ersten Staffel bereits verschossen hat. Dadurch, dass die Serie ihre Basis in einem existierenden Filmdrehbuch hat, sollte der Verlauf der Geschichte immerhin bereits durchstrukturiert sein, denn laut Esmail soll das Ende der Serie auch dem geplanten Filmende entsprechen.

Bis zu diesem Ende könnten natürlich noch mehrere Jahre ins Land ziehen und wenn die Serie das Niveau der ersten Staffel halten kann, dann habe ich auch nichts dagegen. Dem Start der zweiten Staffel fiebere ich sehr entgegen und dieser wurde von USA jetzt für den 13. Juli angekündigt. Die zweite Staffel wird wieder aus zehn Folgen bestehen. Ich hoffe sehr, dass Amazon Prime Video, die „Mr. Robot“ exklusiv in Deutschland veröffentlichten, die neuen Folgen der Serie parallel zur US-Ausstrahlung nach Deutschland bringen, so wie der VOD-Anbieter das beispielsweise bei „Fear the Walking Dead“ bereits macht.

USA hat auch die ersten Teaser (unten) zur zweiten Season veröffentlicht, die jedoch kein neues Material aus der Staffel zeigen. Während die obere Vorschau lediglich die letzte Szene der ersten Season zeigt (wir werden bald wissen, wer da an Elliots Tür klopft!), sieht der zweite Teaser nach einem Propaganda-Video von fsociety aus.

Wer „Mr. Robot“ noch nicht kennt, hier ein kurzer Abriss der Handlung:

Rami Malek spielt in der Serie einen genialen, aber im sozialen Umgang (und anderen Hinsichten) schwer gestörten Hacker. Eines Tages wird er von Mr. Robot (Christian Slater), dem Anführer der Hackergruppierung fsociety, angeworben, um das weltweite Konzern E Corp zum Fall zu bringen, für dessen Cyber-Sicherheit Elliot eigentlich zuständig ist. Elliot willigt ein und verfolgt dabei eine eigene Agenda – E Corp ist für den Tod seines Vaters verantwortlich gewesen. Doch schon bald kann er seinem eigenen Verstand nicht mehr trauen.

Neben Malik und Slater kehren in der zweiten Staffel auch Carly Chaikin als Darlene, Elliots Schwester und Hackerin von fsociety, Portia Doubleday als Angela, Elliots Kindheitsfreundin, die gegen Ende der ersten Season von E Corp angeworben wurde, und Martin Wallström als Tyrell Wellick, der ambitionierte (ehemalige) Senior Vice President of Technology von E Corp, zurück. Zwei Schauspieler aus der ersten Season werden in Staffel 2 auch zum Haupt-Cast befördert: Stephanie Corneliussen, die als skrupellose Joanna Wellick für den einen oder anderen geradezu gruseligen Moment aus der ersten Season sorgte, und Michael Cristofer als Phillip Price, CEO von E Corp.

Die zweite Staffel wird natürlich von den Auswirkungen des monumentalen Angriffs von fsociety auf E Corp handeln und den Ermittlungen des FBI in diesem Fall. Eine Hauptrolle als FBI-Agentin Dominique „Dom“ DiPierro übernimmt deshalb Grace Gummer. Meryl Streeps Tochter ist u. a. aus der Serie „Extant“ bekannt. Dom nutzt ihre Instinkte, um die Mitglieder von fsociety aufzuspüren und Antworten zu bekommen.

Sandrine Holt („House of Cards“, „Fear the Walking Dead„) wird Susan Jacobs spielen, ein Mitglied von E Corps Rechtsabteilung, das Teil von fsocietys Plänen ist. Comedy-Darsteller Craig Robinson („The Office“) wird in einer wiederkehrenden Rolle als Ray zu sehen sein, ein Mann aus Elliots Nachbarschaft, der ihn in einer Notsituation um Hilfe bittet. Michael Maize spielt Lone Star, einen Partner von Ray. Zudem wurden der Rapper Joey Bada$$ (ja, so schreibt er seinen Künstlernamen) als ein Freund von Elliot und Chris Conroy als ein neuer Mann in Joannas Leben besetzt.

„Mr. Robot“ hat die eigene Messlatte in der ersten Staffel sehr hoch gelegt. Doch wenn diese Serie eins gezeigt hat, dann die Fähigkeit zu überraschen. Wer die erste Staffel noch nicht kennt und auf der Suche nach einer ernsten Serie ist, die das Potenzial hat einen wirklich umzuhauen, sollte „Mr. Robot“ definitiv in die engere Auswahl aufnehmen.