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Quelle: Europe1

Es ist kein Geheimnis, dass deutsche Kinogänger französische Filme lieben, insbesondere wenn es sich dabei um locker-flockige Feelgood-Komödien handelt mit einem ganz besonderen französischen Charme, die dann auch meist besser sind als ihre deutschen Pendants. In keinem anderen Land außerhalb ihrer Heimat genießt das französische Kino eine solche Popularität und Wertschätzung wie in Deutschland – manchmal sogar nicht einmal in Frankreich selbst, wie der Arthousehit Birnenkuchen mit Lavendel letztes Jahr zeigte, der in Deutschland erfolgreicher in den Kinos lief als bei unseren gallischen Nachbarn. Erst vor wenigen Monaten landete Tobis in Deutschland mit der französischen Tragikomödie Plötzlich Papa wieder einen großen Kinohit, der fast eine Million Zuschauer hierzulande in die Kinos lockte.

Wenn man an die ganz großen Kinohighlights aus Frankreich aus den letzten Jahren denkt, fällt den meisten natürlich zunächst einmal der großartige Ziemlich beste Freunde ein, der Omar Sy zum internationalen Filmstar machte und 2012 in Deutschland mit über 9 Millionen verkauften Kinotickets zum bis dato besucherstärksten Film avancierte, der bei uns seit Avatar veröffentlicht wurde. Doch nur zweieinhalb Jahre später, im Sommer 2014, begeisterte auch Monsieur Claude und seine Töchter mit Asterix-Darsteller Christian Clavier als konservativer Familienvater, dessen vier Töchter jeweils einen Moslem, einen Juden, einen Chinesen und einen Schwarzen heiraten, fast 4 Millionen Deutsche und verwies im selben Jahr Blockbuster wie Guardians of the Galaxy und Transformers: Ära des Untergangs in die Schranken. Der Multikulti-Komödie setzte sich auf eine typisch französisch-lockere Art und mit viel Humor und Herz mit Vorurteilen und Stereotypen, die viele Menschen in sich tragen, auseinander, und war darin deutlich besser als der letztjährige deutsche Beitrag zum Thema Willkommen bei den Hartmanns.

Auch in Frankreich war Monsieur Claude ein Riesenhit mit über 12 Millionen Besuchern. Im Gegensatz zu Hollywood bedeutet in der französischen Filmindustrie der große Kinoerfolg eines Films nicht immer automatisch eine Fortsetzung, sodass weder Ziemlich beste Freunde (zum Glück!) noch Willkommen bei den Sch’tis einen zweiten Teil erhielten. Bei Monsieur Claude und seine Töchter soll es jedoch anders werden. Regisseur und Autor Philippe de Chauveron verriet in einem Radio-Interview im Februar, dass er gemeinsam mit Co-Autor Guy Laurent an einem Drehbuch zum zweiten Film arbeitet, der 2018 in die Kinos kommen soll: (aus dem Französischen)

Ich habe vor einer Woche mit Guy Laurent begonnen zu schreiben, es ist also noch recht frisch. Wir haben eine Geschichte gefunden, die uns gefällt, die dem ersten Film treu bleibt und dennoch keine Kopie ist. Selbstverständlich mit der gleichen Besetzung. Wir drehen den Film nächsten Frühling, sodass er Ende nächsten Jahres in die Kinos kommen wird.

So unterhaltsam wie der erste Film auch war, frage ich mich, ob er wirklich eine Fortsetzung braucht. Genau wie Ziemlich beste Freunde funktionierte er ganz gut als eine eigenständige, in sich gut abgeschlossene Komödie (auch wenn nicht ganz auf dem Niveau des Streifens mit Omar Sy und François Cluzet).

Würdet Ihr gerne Monsieur Claude und seine Töchter 2 sehen oder haltet Ihr das Sequel für überflüssig?