Matador

Quelle: Deadline

Heutzutage bietet offensichtlich auch bereits erteiltes grünes Licht keine absolute Sicherheit für die Fortführung einer TV-Serie, wenn der Sender mit den Zahlen insgesamt deutlich unzufrieden ist. Mehrmals hat man es bereits erlebt, dass einige Serien noch vor Beginn der ersten Season bereits grünes Licht für Staffel 2 vom Sender bekommen haben und am Ende der ersten Staffel es eigentlich schon klar war, dass die Serie aufgrund niedriger Einschaltquoten keine Zukunft haben wird. Die zweite Staffel wurde dann einfach dahingeklatscht und mit wenig Marketingaufwand unter Volk gebracht. Beispiele dafür sind Serien wie "Boss" oder "Magic City". Es ist natürlich immer risikoreich, eine Serie so weit im Voraus zu verlängern. Dieses Risiko ging der relativ neu ins Leben gerufene Sender El Rey Network des Erfolgsregisseurs Robert Rodriguez mit der actionreichen Serie "Matador" an. Noch vor dem Start der Sendung im Juli, erhielt sie grünes Licht für Staffel 2. "Matador" handelte von einem DEA-Agenten (Gabriel Luna), der vom CIA rekrutiert wird, um undercover in eine Fußballmannschaft eingeschleust zu werden. Die Serie sollte eine Latino-Variante von James Bond sein und kam beim Publikum eigentlich auch ganz gut an. Zu weiteren Besetzungsmitglieder gehörten Alfred Molina (Spider-Man 2) und Nicky Whelan (Alles erlaubt).

Den ersten Rückschlag erlebte die Serie als die Darstellerin Elizabeth Peña, die die Mutter der Hauptfigur gespielt hat, im Oktober unerwartet verstarb. Viele haben sich gefragt, wie mit ihrem Tod in der Serie umgegangen werden wird. Doch jetzt müssen die Serienmacher sich die Frage doch nicht stellen, denn es ist aus mit "Matador". Moment, wie war das? Die Serie wurde doch bereits um eine zweite Staffel verlängert!

Offensichtlich kann ein Sender seine Entscheidungen auch ändern. Schließlich haben die Dreharbeiten ja noch nicht begonnen. Als Grund für die Meinungsänderung wurde angeführt, dass die Serie zwar in den USA ganz okay lief, dass aber die Lizenzverkäufe ins Ausland nicht so erfolgreich wie erhofft waren. Es war schließlich eine finanzielle Entscheidung. Man kann es auch nachvollziehen, denn Filme und Serien müssen sich heutzutage immer mehr auf internationalen Erfolg verlassen und da "Matador" als Serie schon sehr stark an das hispanische Publikum in den USA ausgerichtet war, wundert es eher wenig, dass die internationalen Sender nicht viel Interesse an der Serie gezeigt haben. Mehr Glück hat die andere eigene Serie des Senders, "From Dusk Till Dawn". Auch sie erhielt grünes Licht für Staffel 2 und es sieht ganz danach aus, als würde der Sender auch bei dieser Entscheidung bleiben.

  • eskapist

    Schade. Es war zwar nur leichte Kost, aber dafür mit einer schönen Latino-Note. Genau das richtige für ein erstes Feierabendbier, bevor der Abend richtig losgeht. Da hat wohl irgend ein Computer die Analyse ausgespuckt, dass wir noch mehr abgedunkelte Polizeibüros, spießige weiße Polizisten mit einem Quoten-Farbigen und vor allem Menschen sehen wollen, die vorrangig auf Monitore starren und dort den Mörder finden.
    Die Fußballgeschichte war witzig, war Anlass für eine neue Actionform und hat sich selber nie unangenehme ernst genommen. Also, was ging schief? Haben die Leute keinen Humor? Mögen wir Gabriel de Luna nicht? War Nicky Whelan zu cool?
    Und ich werde den Eindruck nicht los, dass Rodriguez-Freund Tarantino zur Gaudi ein paar Drehbuchseiten spendiert hat (auch wenn Senor Rodriguez das durchaus selber kann). Also Tarantino-Fans: Unbedingt sammeln, solange noch erhältlich.