Maleficent 2

Quelle: Deadline

Die Sequel-Mathematik funktioniert in Hollywood häufig recht simpel. Schauen wir uns das Exemplar Maleficent an: Produktionskosten: $180 Mio, weltweites Einspiel: $758 Mio, Ergebnis: Sequel! Zu diesem Schluss ist jetzt Disney gekommen und begann mit der Entwicklung der Fortsetzung zum Fantasyerfolg mit Angelina Jolie. Die Drehbuchautorin Linda Woolverton, die auch den ersten Film geschrieben hat sowie den Megahit Alice im Wunderland, wurde mit dem Skript zu Maleficent 2 beauftragt. Man soll das Eisen ja schmieden, solange es noch heiß ist, und im Gegensatz zu Alice im Wunderland, bei dem sechs Jahre zwischen Teil1 und Teil 2 vergehen werden (Alice Throuh the Looking Glass startet nächsten Mai), möchte man bei Maleficent vermutlich nicht so lange warten. Doch die Sache hat einen Haken: Angelina Jolie hat sich für die Fortsetzung noch nicht verpflichtet. Es gibt keine Zweifel, dass ihr Name über dem Projekt und die perfekte Passung zwischen Schauspielerin und Rolle einen großen Anteil am Erfolg des ersten Films getragen haben, und ganz ehrlich, welchen Sinn würde es machen, Maleficent ohne die Titelfigur fortzusetzen? Deshalb setzt Disney natürlich alles daran, sie für einen zweiten Teil zu überzeugen. Ob sie es macht, bleibt noch offen. Andererseits setzt Universal ja auch Snow White and the Huntsman ohne Snow White fort, von daher geht Disney bestimmt auch anderen Möglichkeiten nach.

Maleficent war ein weiterer in der Reihe von erfolgreichen Adaptionen klassischer Disney-Zeichentrickfilme. Vergangenes Jahr waren nur drei Filme (Transformers: Ära des Untergangs, Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere, Guardians of the Galaxy) weltweit erfolgreicher als Maleficent. Die Idee des Films, eine von Disneys furchterregendsten Antagonistinnen zu nehmen und die Dornröschen-Geschichte aus ihrer Sicht zu erzählen, klang an sich nach einem interessanten Ansatz und Jolie hat ihre Arbeit ohne Frage super gemacht, doch letzten Endes verkam der Film sehr schnell zu einem weiteren generischen Disney-Märchenprodukt aus der gleichen Schmiede wie Alice im Wunderland oder Cinderella und der subversive Charakter der Geschichte wurde weichgespült, denn Maleficent ist ja im Herzen eine ganz Liebe… Von daher ist meine Begeisterung für eine potenzielle Fortsetzung nicht gerade riesig, doch angesichts des Erfolgs ist der Schritt auch nicht überraschend. Viel lieber hätte ich ein Sequel zu Die fantastische Welt von Oz gesehen, der mir von allen Disney-Märchenfilmen aus den letzten Jahren mit Abstand am meisten gefallen hat.