Lucy 2 Colombiana 2

Quellen: Allocine, The Playlist

Eigentlich ist man ja heutzutage schon längt daran gewöhnt, dass jeder halbwegs erfolgreiche Film unvermeidlich zu einem Sequel führt, außer eine Fortsetzung macht einfach gar keinen logischen Sinn (und manchmal gibt es auch dann eine). Dennoch ist die vorliegende Meldung für mich eine Überraschung, denn mit diesen Sequels hat man nicht wirklich gerechnet. So berichtet die französische Filmseite Allocine von den kommenden Projekten der Produktionsfirma EuroCorp von Luc Besson und siehe da – auf der Liste stehen auch Lucy 2 und Colombiana 2. Die Frauen-Power Actionhits mit Scarlett Johansson und Zoë Saldaña sollen also in die nächste Runde gehen. Doch was ist so überraschend daran?

Nun ja, im Falle von Lucy ist es so, dass obwohl der Film mit einem weltweiten Einspiel von über $450 Mio bei einem Produktionsbudget von $40 Mio geradezu um eine Fortsetzung bettelt, diese angesichts des sehr abgeschlossenen Endes des ersten Films zumindest auf Anhieb nicht viel Sinn macht. Lucy ist nämlich keine Actionware von der Stange der Marke Luc Besson gewesen, sondern stattdessen viel eher ein interessantes Arthouse-Experiment im Gewand eines Actionspektakels. Vermarktet wurde der Film zwar als eine Actiongranate mit Scarlett Johansson im Badass-Modus à la Black Widow, doch letztlich waren nicht wenige Kinogänger vom eigentlichen Film enttäuscht. So oder so bewies Lucy aber auf jeden Fall, das Scarlett Johansson ein Kassenmagnet ist und wurde zu Bessons erfolgreichster Regiearbeit überhaupt. Noch während der Pressetour zu dem Film wurde Besson auf eine mögliche Fortsetzung angesprochen und er äußerte sich dazu eher ablehnend, da er sich nicht vorstellen konnte, wohin diese führen würde. Auch ich kann mir das nicht sonderlich gut ausmalen. Doch vielleicht sprachen die Moneten hier doch das Machtwort. Die Frage ist nur, ob Scarlett Johansson  für potenzielle Sequels verpflichtet wurde, und falls nicht, ob sie denn Interesse an einer Rückkehr hätte. Ohne sie würde ein Lucy-Sequel auf jeden Fall seinen Reiz verlieren.

Im Falle von Colombiana sieht es anders aus. Der Film über eine Profikillerin, die Rache an dem Mann ausübt, der für den Tod ihrer Familie verantwortlich war, eignet sich eigentlich gut für eine Fortsetzung und fügt sich viel eher in das Schema der von Luc Besson produzierten Actioner ein. Es ist jedoch sehr verwunderlich, dass eine Fortsetzung so spät nach dem Original überhaupt noch kommen soll. Immerhin wurde Colombiana bereits 2011 produziert und hinterließ keinen allzu großen Eindruck an den Kinokassen ($61 Mio Einspiel bei Produktionskosten von $40 Mio). Vermutlich lief der Film, wie es bei solchen Actionstreifen häufig der Fall ist, sehr gut im Heimkino, aber auch dann erscheint diese Fortsetzung…beliebig. Ein Grund dafür könnte die gestiegene Popularität von Zoë Saldaña sein, die jetzt mit Star Trek, Avatar und Guardians of the Galaxy Teil von drei Mega-Franchises ist. Vielleicht ist aber Besson auch verzweifelt auf der Suche nach neuen Filmreihen, nachdem 96 Hours mit Liam Neeson scheinbar zu Ende ist und auch Transporter ohne Jason Statham neu aufgelegt wird (wobei ich hier keine hohen Erfolgschancen sehe).

Gegen Colombiana 2 hätte ich jedenfalls nichts einzuwenden. Der erste Film machte Spaß (jedenfalls mehr als jeder andere vom Regisseur Olivier Megaton) und Zoë Saldaña sehe ich immer gerne in coolen Actionrollen. Lucy 2 finde ich hingegen nicht sonderlich sinnvoll, obwohl ich auch hier den ersten Film mochte. Stattdessen sollte sich Besson lieber mehr auf Originalfilme konzentrieren, hat er doch gerade mit diesen uns bereits einige Perlen der Filmgeschichte geschenkt.