Liam Neeson The Revenger

Liam Neeson in 96 Hours – Taken 3 (2015) © EuropaCorp

Quelle: Deadline

Es ist schon erstaunlich, wie der irische Schauspieler Liam Neeson seine Karriere im Alter von 57 mit einem einzigen Film neu erfunden hat. Vor 2009 kannten ihn die Filmfans vor allem als Oskar Schindler, Rob Roy, Michael Collins oder Qui-Gon Jinn. Neeson war hauptsächlich auf ernsthafte, dramatische Rollen festgelegt und galt definitiv nicht als Kassenmagnet. Das änderte sich schlagartig mit dem weltweiten Erfolg von 96 Hours, in dem Neeson seine bis dahin ungeahnten Badass-Qualitäten an den Tag legte und unzählige albanische Menschenhändler ins Jenseits beförderte. Liam Neeson, der Actionheld war geboren. In den darauffolgenden Jahren kamen Filme wie Non-Stop, Das A-Team, Unknown Identity, Run All Night und natürlich die beiden 96-Hours-Sequels in die Kinos, doch keiner davon war letztlich so beliebt wie sein Action-Durchbruch und angesichts der mageren Box-Office-Zahlen für Run All Night und Ruhet in Frieden scheint das Interesse an Neeson als Actionstar mittlerweile erschöpft zu sein. Das ist für ihn vermutlich aber auch in Ordnung, denn laut eigener Aussage möchte er nicht Actionrollen spielen, bis er 70 ist.

Sein nächstes Projekt ermöglicht ihm vielleicht den geschmeidigen Übergang in ein anderes Genre. The Revenger klingt vom Titel her wie ein 08/15-Racheactioner, in dem Neeson in den letzten Jahren hätte mitgespielt haben können. In Wahrheit handelt es sich aber um eine Actionkomödie, die Ruben Fleischer (Zombieland, 30 Minuten oder weniger) für Universal inszenieren wird. Plot-Details werden aktuell noch unter Verschluss gehalten, doch es liegt durch die Besetzung von Neeson nahe, dass er möglicherweise seine Actionrollen auf die Schippe nehmen wird. Das Drehbuch zum Film stammt aus der Feder der "Reno 911!"-Autoren Thomas Lennon und Robert Ben Garant, die sich auch für Nachts im Museum, Der Babynator und Herbie: Fully Loaded verantwortlich zeichneten. Okay, das sind vielleicht nicht die besten Referenzen, doch die Beteiligung vo Neeson und Fleischer hält mein Interesse aufrecht. Neeson hat sich mit Auftritten in A Million Ways to Die in the West und Ted 2 bereits im Komödienfach ersucht. Mal sehen, ob er eine Komödie über die gesamte Laufzeit hinweg tragen kann. Jedenfalls ist mir ein Projekt wie The Revenger lieber als ein vierter 96 Hours.