Kinoflops 2015

Quelle: The Hollywood Reporter

Mit $4,48 Milliarden hat die Sommer-Box-Office-Saison 2015 (Erhebungszeitraum 1. Mai – 6. September) den Rekordsommer von 2013 ($4,75 Mrd) zwar verfehlt, doch beklagen kann sich Hollywood trotzdem nicht. Immerhin wurde der letzte Sommer um 10,7% geschlagen. Angeführt wurde die Liste der Megahits natürlich von Jurassic World, der momentan in den USA und weltweit auf Platz 3 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten verweilt und Avengers: Age of Ultron, der mit knapp $458 Mio zwar deutlich unter seinem Vorgänger liegt, dennoch aber locker unter die zehn erfolgreichsten Filme aller Zeiten aufgestiegen ist. Zu weiteren großen Hits in den USA gehörten Pixars Alles steht Kopf ($350 Mio) und Minions ($330 Mio). Dass es für den Rekord nicht gereicht hat, obwohl sowohl Jurassic World als auch Avengers 2 mehr eingespielt haben als die erfolgreichsten Filme des Sommers 2013, liegt daran, dass sich auch einige große Flops unter die Filme gemischt haben. Das Industrieblatt The Hollywood Reporter nahm die fünf größten Box-Office-Flops des Sommers unter die Lupe. An dieser Stelle soll klargestellt werden, dass hier keine Aussage über die Filmqualität gemacht wird, sondern lediglich über deren Einspiel an den Kinokassen. Wer jedoch meint, dass einem Filmfan Einspielzahlen egal sein können, irrt sich, denn was erfolgreich ist und was nicht, beeinflusst die Entwicklung der Filmindustrie, denn was beliebt erscheint, davon wird eben mehr produziert.

Der Spitzenreiter unter den Box-Office-Flops diesen Sommer ist eine ziemliche Überraschung. Disneys A World Beyond (OT: Tomorrowland) spielte weltweit knapp $209 Mio ein, doch bei einem Budget von $190 Mio (die Marketingkosten nicht miteingerechnet) bedeutet das einen geschätzten Verlust von $120-150 Mio für Disney. Zum Glück hat das Studio dieses Jahr Avengers: Age of Ultron, Cinderella, Alles steht Kopf und Star Wars im Dezember, was für die Verluste von A World Beyond mehr als entschädigen sollte, doch es ist natürlich schade, dass ausgerechnet der Versuch eines originellen (und meiner Meinung nach auch ganz guten) Films so böse gescheitert ist.

Gefolgt wird A World Beyond von Fantastic Four. Der Superheldenfilm von 20th Century Fox kostete $125 Mio und spielte weltweit bislang $155 Mio ein. Das Studio wird so etwa $80-100 Mio einbüßen. In diesem Fall wird wohl kaum jemand behaupten, der Film hätte es besser verdient.

Gefolgt werden die beiden von Warners Codename U.N.C.L.E. und Sonys Pixels. Adam Sandlers Sci-Fi-Komödie nahm weltweit $195 Mio bei einem Budget von $88 Mio ein. Noch steht der Start in China bevor und je nach dortiger Performance könnten sich die Verluste des Studios minimieren, doch momentan sieht es nach einem Minus von mehr als $75 Mio für Sony aus. Bei Guy Ritchies Codename U.N.C.L.E. ist auch noch nicht alles in Stein gemeißelt, da der Film über die nächsten Wochen noch in weiteren Ländern starten wird. Doch bei $75 Mio Kosten und aktuellem Einspiel von $88 Mio sieht es nach mindestens $80 Mio in der Miese aus.

Den Abschluss bildet eine Co-Produktion von Fox und Sony. Cameron Crowes Aloha konnte trotz Starbesetzung aus Bradley Cooper, Emma Stone und Rachel McAdams keine Kinogänger begeistern und nahm weltweit $26 Mio bei mehr als $37 Mio Produktionskosten ein. Rechnet man die Marketingausgaben hinzu, geht man von etwa $65 Mio Verlust aus, der immerhin dadurch gemildert wurde, dass Fox auf den Kinostart in manchen Ländern ganz verzichtet hat (in Deutschland lief Aloha beispielsweise in nur in einem Kino an).

Nicht auf der Liste, aber dennoch ziemlich enttäuschend waren auch die Einspielergebnisse von Terminator: Genisys, Ted 2 und Margos Spuren. Gerettet wurden alle drei durch ihre internationale Performance.

Welche dieser Flops haltet Ihr für gerechtfertigt und welchen hättet Ihr ein besseres Schicksal gewünscht?

  • Peter Haecker

    Margo war schoen…
    Codename uncle litt.darunter dass von den zuschauern heute keiner mehr das original kennt…

  • Cooder

    "Codename U.N.C.L.E." wird es noch in den Plus-Bereich schaffen, spätestens mit der DVD-Vermarktung.