Quelle: Jurassic Outpost

Jurassic World war ein beliebter Film, das steht außer Frage. Nicht nur erreichte das Sequel die besten Rezensionen der Reihe seit Steven Spielbergs erstem Film über Amok laufende Dinosaurier, sondern er wurde zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten, was in sich auch eine Aussage darüber ist, wie beliebt Jurassic Park und Dinosaurier bis heute in allen Altersklassen sind. Als jemand, der Jurassic Park zu seinen absoluten Lieblingsfilmen zählt, war auch ich vom neuen Kapitel im Franchise (Kritik) begeistert, das dem Abenteuergeist des Originals sehr nah kam.

Zu nah für manche jedoch, denn wenn es einen großen Vorwurf gegenüber dem Film seitens mancher Zuschauer gab, dann war es, dass Jurassic World im Prinzip die Grenzen zwischen Hommage und Remake verwischte und sehr viele Elemente, die im ersten Film gut funktionierten, einfach wiederholte. Ein ähnlicher Vorwurf erklang einige Monate später, als Star Wars: Das Erwachen der Macht in die Kinos kam.

Auch wenn ich diese Vorwürfe durchaus nachvollziehen kann, war es meiner Ansicht nach der beste Weg, um neue Fans ins Boot zu holen und die unzufriedenen alten Fans am abzuholen – mit Vertrautem. Das bedeutet aber auch, dass die jeweiligen Fortsetzungen auf jeden Fall ihre eigenen Wege beschreiten müssen und keinesfalls wieder Themen aufgreifen sollten, die in den Vorgängern bereits verarbeitet wurden. Einmal wird das vielleicht verziehen, aber nicht auf Dauer.

Das ist den Machern von Jurassic World 2 (bzw. Jurassic Park 5) auch bewusst und seit geraumer Zeit verspricht Colin Trevorrow, der bei Jurassic World Regie führte und für das Sequel gemeinsam mit Derek Connolly das Drehbuch geschrieben hat, dass der neue Film ganz anders werden würde als der Vorgänger, der im Prinzip dazu diente, das Fundament für eine neue Trilogie zu legen. In einem neuen Interview verriet Trevorrow jetzt, dass Jurassic World 2 gruseliger werden soll als der Vorgänger – ein Aspekt den manche Fans des Originals vermissten. Außerdem sollen echte Dinosaurier-Modelle, also Animatronik, mehr zum Einsatz kommen anstatt reiner Computereffekte. Beides hat mit der Wahl des neuen Regisseurs zu tun, Juan Antonio Baynona: (aus dem Englischen)

Der Film wird spannender und gruseliger werden. So ist er einfach angelegt; es ist die Art, wie sich die Geschichte abspielt. Ich wollte Bayona als Regisseur des Films noch lange bevor irgendjemand gehört hat, dass dies eine Option sei, also wurde der ganze Film um seine Fähigkeiten herum konstruiert. […] Es wird mit Sicherheit Animatronik geben. Wir werden die gleichen Regeln befolgen wie alle anderen Filme der Reihe, insofern als dass animatronische Dinosaurier am besten einsetzbar sind, wenn sie still stehen oder ihren Hals oder Hüften bewegen. Sie können nicht laufen oder komplexe Bewegungen ausführen, ohne dass man auf Computereffekte zurückgreifen muss. Die gleichen Regeln galten es schon bei Jurassic Park. Ich denke, der Mangel der Animatronik in Jurassic World geht auf Indominus zurück und die Art, wie er sich bewegte. Er war sehr schnell, fließend in den Bewegungen, rannte fiel und musste seine Arme, Beine, Hals und Schwanz gleichzeitig bewegen. Es war keine schwerfällige Kreatur. Wir haben einige Möglichkeiten für Animatronik-Einsatz ins Drehbuch von Jurassic World 2 geschrieben, denn da muss alles beginnen, auf Drehbuch-Ebene. Und ich kann definitiv versichern, dass Bayona die gleichen Prioritäten hat. Wann auch immer es geht, möchte er praktische, handgemachte Effekte einsetzen.

Dass Bayona gruselig gut kann, hat er bereits mit seinem exzellenten Geisterhaus-Film Das Waisenhaus bewiesen und dass ihm große Katastrophenszenarien liegen, zeigte er mit dem Tsunami-Drama The Impossible. Daher bin ich sehr gespannt, welchen persönlichen Fingerabdruck er bei seinem ersten großen Blockbuster hinterlassen wird.

Doch worum wird es in Jurassic World 2 eigentlich gehen? Eine Theorie hat Trevorrow zurückgewiesen. Obwohl am Ende von Jurassic World Dinosaurier-Embryos in den Händen von Söldnern die Insel verlassen, wird es im neuen Film nicht um den militärischen Einsatz von Dinosauriern gehen:

Ich bin nicht in militärisch eingesetzten Dinosauriern interessiert, zumindest nicht in der Praxis. Ich mochte das in der Theorie als Vision eines Wahnsinnigen. Die ursprüngliche Idee in einem alten Drehbuch sah es vor, dass es eigentlich die Idee von Owen (Chris Pratts Figur) war. Dereks (Connolly) und meine erste Reaktion darauf war: „Nein, wenn irgendjemand die Raptoren militarisieren möchte, dann muss es der Bösewicht tun, er ist verrückt.“

Doch welche neue Geschichte haben sich Trevorrow und Connolly wohl ausgedacht, die die Rückkehr der Charaktere von Chris Pratt und Bryce Dallas Howard rechtfertigen wird? Das bleibt noch ein Geheimnis. Im Februar 2017 sollen auf Hawaii und in London die Dreharbeiten zu Jurassic World 2 beginnen und bis dahin haben wir vermutlich mehr Klarheit. In unsere Kinos wird das Sequel allerdings erst am 7.06.2018 kommen.