Joss Whedon Horrorfilm

Joss Whedon am Set von "Avengers: Age of Ultron" (2015) © Walt Disney Pictures

Quelle: Complex

Mit über 25 Jahren Arbeitserfahrung im Film- und Seriengeschäft kann Joss Whedon auf eine sehr abwechslungsreiche Karriere zurückblicken, zu deren Highlights seine Serien "Buffy", "Angel" und die zu früh abgesetzte "Firefly" gehören sowie seine Arbeit an den beiden Avengers-Kinofilmen von Marvel. Obwohl häufig als Nerd-Gott gefeiert, ließ sich Whedon nie auf ein bestimmtes Genre oder ein Thema festlegen. So schrieb er auch das oscarnominierte Drehbuch zu Pixars erstem abendfüllendem Spielfilm Toy Story und inszenierte kürzlich die moderne Version von Shakespeares "Viel Lärm um nichts".

Auch sein neustes Projekt, das er in einem Interview enthüllt hat, soll anders werden als alles, woran er bislang gearbeitet hat. Whedon schreibt aktuell das Drehbuch zu einem Horrorfilm, der im Zweiten Weltkrieg spielt – ein Setting, das bislang überraschend selten im Kino erforscht wurde, vielleicht weil die Realität zu der Zeit so erschreckend war, dass keine fiktive Horrorgeschichte sie übertreffen könnte. Michael Manns Die unheimliche Macht (OT: The Keep) und David Twohys U-Boot-Horror Below gehören zu den wenigen Vertretern aus dieser Richtung. Laut Whedon soll der Film wirklich verdammt erschreckend sein, aber auch aktuell, sieht der Regisseur doch Parallelen zwischen der Nazi-Propaganda und Donald Trumps Präsidentschaftskampagne: (aus dem Englischen)

Ich bin mittendrin an einem Drehbuch, das mit sehr am Herzen liegt…es ist definitiv eine Abkehr von den Dingen, für die ich bekannt bin. Es ist düsterer als alles, was ich jemals geschrieben habe. […] Ich schreibe Szenen und denke mir dann: "Oh, das ist großartig. Man sollte mich nicht in die Nähe von Menschen lassen". Es ist ein historischer Horrorfilm über eine Zeit, in der die Welt verrückt spielte, der Zweite Weltkrieg. Ich war in Deutschland und in Polen, ich habe dort für den Film recherchiert und so viele Parallelen zu den USA gesehen. Und ich weiß, dass es abgedroschen ist, den orangenen Kerl mit dem kleinen Kerl mit dem Schnurrbart zu vergleichen, aber dann sieht man Dinge, die Propaganda, die Situation im Land, und die Parallelen sind verdammt unheimlich.

Der letzte Horrorfilm, an dem Whedon mitgearbeitet hat, war der brillante The Cabin in the Woods, der gekonnt mit Genre-Stereotypen spielte. Whedon schrieb das Skript zu dem Film gemeinsam mit Drew Goddard, während Goddard die Regie übernahm. Ob Whedon bei seinem neusten Projekt auch Regie führen möchte oder das Drehbuch einem anderen Filmemacher anvertrauen wird, ist noch unbekannt, aber ich hoffe, dass wir bald mehr von dem Projekt hören werden.

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