Joseph Gordon-Levitt Edward Snowden

Joseph Gordon-Levitt in Don Jon (2013) © Voltage Pictures

Quelle: Deadline

Was ist eigentlich mit Oliver Stone passiert? Zweimal als "Bester Regisseur" bei den Oscars ausgezeichnet, wurde er mit Filmen wie Platoon, Geboren am 4. Juli, JFK und Wall Street in den Achtzigern und Neunzigern zu einem der größten Namen in Hollywood. Seine politischen Ansichten und Hang zu Verschwörungstheorien durchdrangen immer seine Werke und machten stets unmissverständlich klar, dass es Filme von Oliver Stone sind. Doch seit dem letzten Jahrzehnt gibt es für Stone einen Flop nach dem anderen. Weder Alexander noch World Trade Center noch sein missratenes George-Bush-Biopic W. konnten überzeugen. Niemanden kümmerte das Wall-Street-Sequel und auch wenn ich seinen Thriller Savages nicht so schlecht fand, wie mein Kollege Bastian, war der Film weit entfernt von seinen besten Werken.

Ob Stones nächster Film gut werden wird, kann man nicht sagen. Er wird aber mit relativer Sicherheit für Aufregung sorgen, denn er nimmt sich der Geschichte des berühmt-berüchtigten Whistleblowers Edward Snowden an, der die Geheimakten der NSA öffentlich machte und seitdem sich in diversen Ländern um Asyl bemüht. Stone und der Produzent Moritz Borman haben sich über Snowdens russischen Anwalt die Rechte an seinem Buch "Time Of The Octopus" gesichert. Außerdem erwarben sie die Rechte an dem Buch "The Snowden Files: The Inside Story Of The World’s Most Wanted Man" vom "The Guardian"-Journalisten Luke Harding.

Die Dreharbeiten zu dem Film sollen bereits diesen Dezember in München beginnen und Stone hat scheinbar bereits seinen Edward Snowden gefunden – Joseph Gordon-Levitt, der kürzlich bereits den Hochseilkünstler Philippe Petit im kommenden Biopic The Walk gespielt hat. Eine gute Wahl, die ja vielleicht die erste Oscarnominierung für Levitt bedeutet. Allerdings kann es natürlich auch sein, dass der Film so sang- und klanglos untergeht wie Bill Condons Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt (OT: The Fifth Estate) mit Benedict Cumberbatch als Julian Assange.

Welche Einstellung Stone in seinem Film vertreten wird, ist eigentlich klar, denn der offen linksliberale Regisseur hat sich auch häufig für Julian Assange und für WikiLeaks ausgesprochen. Ich hoffe trotzdem, dass sein Film die Geschichte halbwegs ausgewogen (und vor allem spannender als bei Inside Wikileaks) präsentieren wird.

Seid Ihr interessiert an einem Film über Snowden oder meint Ihr zu dem Thema bereits genug in den Medien gesehen zu haben?