Quelle: Comingsoon

James Cameron kann aufatmen. In Nordamerika mag Star Wars: Das Erwachen der Macht Avatar an den Kinokassen hinter sich gelassen, doch mit Avatar und Titanic bleibt er weiterhin der „König der Welt“. Während er sich alle Zeit der Welt nimmt, um die (mittlerweile drei) geplanten Avatar-Sequels vorzubereiten (aktuell glaube ich erst, dass Avatar 2 wirklich kommt, wenn ich den ersten Trailer sehe), verteilt er ab und zu auch Ratschläge an andere Filmemacher, für die James Cameron offenbar der Gott der Filmindustrie ist. Angesichts seiner Erfolge im Doppelpack kann man es ihnen auch kaum verübeln. So stammt beispielsweise die Idee, wie man einen gealterten Terminator in Terminator: Genisys erklärt, direkt von Cameron selbst. Doch auch bei einem Franchise, mit dessen Schöpfung er nichts zu tun hatte, hatte er letztens seine Finger im Spiel.

Bereits 2013, als X-Men – Zukunft ist Vergangenheit gedreht wurde, offenbarten Regisseur Bryan Singer und Drehbuchautor Simon Kinberg, dass sie sich ratsuchend an James Cameron wandten. Der Hintergrund: Zeitreisen und Veränderungen des Zeitkontinuums spielen in Zukunft ist Vergangenheit eine große Rolle und mit seinen Terminator-Filmen hat Cameron gleich zwei Meilensteine des Genres erschaffen, in denen Zeitreisen eine große Rolle spielen.

Bei einem Setbesuch zu X-Men: Apocalypse verriet Singer dem Online-Portal Comingsoon kürzlich, wie ein Ratschlag von Cameron tatsächlich Auswirkungen auf das Ende des Films hatte. Dabei beeinflusste seine Meinung zwar nicht den Inhalt vom Ende, aber auf jeden Fall dessen Präsentation: (aus dem Englischen)

Ursprünglich war mein Cutter von visueller Verschwommenheit besessen. Wenn Wolverine also aufwacht und herumläuft, sieht er alles verschwommen. Also schickte ich das so an Jim und er rief mich an und meinte: „Bryan, diese ganze Verschwommenheit ließ mich glauben, dass ich hinters Licht geführt werde, dass mir gleich der Teppich unter den Füßen weggezogen wird und ich war damit nicht glücklich. Ich dachte, dass es alles eine Lüge sei und dass sie gescheitert sind und alles dunkel sein würde und plötzlich war es doch okay.“ Es war die einzige Anmerkung, die Jim mir gab. Er sagte: „Oh ich liebe den Film, er wird großartig. Aber lasse die Zuschauer die Tatsache genießen, dass alles am Ende gut geworden ist, in dieser Zukunft.“ Also habe ich mich gegen den Effekt entschieden und mein Cutter meinte: „Ich mag es, es ist so cool und schräg“ und ich meinte nur: „Halt die Klappe, es muss weg!“

Zudem erzählte Singer, dass die Drehbuchversion, die Cameron erhielt, noch nicht die drei prominenten Cameos von James Marsden, Kelsey Grammer und Famke Janssen enthielt:

Ich erklärte es Jim und fügte hinzu „Übrigens, es gab auch noch nicht diese drei Cameos“ und er meinte dann: „Oh, warum hast du mir das nicht gesagt? Das macht einen großen Unterschied an meinem Genuss der Auflösung des gottverdammten Films aus!“ und ich meinte nur: „Sorry, das war ein Geheimnis und ich wollte das nicht einmal nach Neuseeland schicken“.

Ich kann Camerons Einwand gegen die „verschwommene“ Idee durchaus nachvollziehen und finde es zugleich sehr interessant, wie viel Ehrfurcht Filmemacher in Hollywood offenbar vor James Cameron haben und wie sehr seine Ideen geschätzt werden. Es ist nur schade, dass Cameron selbst nie eine Comicverfilmung gedreht hat, auch wenn er einst sehr nah drankam, als er ursprünglich Spider-Man auf die Leinwand bringen sollte.