Indiana Jones und der Tempel des Todes

© Walt Disney Pictures

Quelle: New York Daily News

Fans des legendären Filmregisseurs Steven Spielberg, dessen Name praktisch synonym mit der Filmmagie ist, sollten das Sky-Programm im Auge behalten. Am 7. Oktober wird der US-Kabelsender HBO eine exklusive zweieinhalbstündige Dokumentation, schlicht Spielberg betitelt, über den Filmemacher ausstrahlen, und da nahezu alle HBO-Produktionen heutzutage dank des exklusiven Vertrags beim deutschen Bezahlsender Sky landen, stehen die Chancen sehr gut, dass sie kurz darauf auch dort zu sehn sein wird.

Dokumentar-Filmemacherin Susan Lacy traf Spielberg insgesamt 17 Mal zu Interviews (anstelle der ursprünglich vorgesehenen vier Treffen) und sprach darüber hinaus mit zahlreichen Kollegen und Weggefährten Spielbergs, wie Cate Blanchett, Martin Scorsese, Daniel Day-Lewis, Christian Bale und J.J. Abrams. Insgesamt kamen dabei etwa 30 Stunden an Rohmaterial heraus, die zu der Doku zusammengeschnitten wurden. Diese sollte bei jedem Filmfan, insbesondere den Millionen, die mit Spielbergs Filmen groß geworden sind (wie meine Wenigkeit) Pflicht sein.

Lacy hat bei der Pressetour der Television Critics Association ihre Dokumentation vorgestellt und über die Zusammenarbeit mit Spielberg gesprochen. Er hat den Film erst nach seiner Fertigstellung gesehen und war angeblich auch sehr zufrieden (was mit Sicherheit für jeden eine Erleichterung ist, wer Spielbergs Meinung zum eigenen Film bekommt). Dabei hat sie auch verraten, dass Spielberg sich in dem Film auch kritisch mit einigen seiner eigenen Werke auseinandersetzt. Unter anderem äußert er darin Kritikpunkte an seiner Kriegssatire 1941 und verrät, welchen Indiana-Jones-Film er am wenigsten mag. Die Antwort auf die Frage nach dem schwächsten Indy-Film dürfte für viele Franchise-Fans klar sein – jedoch ist Spielberg da scheinbar anderer Meinung. Während die Mehrheit der Filmfans sich darin einig ist, dass der spät beigesteuerte vierte Teil, der Original-Trilogie eindeutig unterlegen ist, mag Spielberg selbst Indiana Jones und der Tempel des Todes, den zweiten Film, am wenigsten. Seine Gründe, falls er welche angegeben hat, werden wir wohl erst in der Doku erfahren. Eine positive Sache hatte der Film für den Regisseur auf jeden Fall: bei den Dreharbeiten traf er seine zukünftige Ehefrau Kate Capshaw.

Auch meine Meinung zu diesem Film trifft vermutlich nicht ganz den Mehrheitsgeschmack, denn ich finde Tempel des Todes sogar am besten unter allen Indiana-Jones-Filmen, wobei es unter den ersten drei sowieso ein knappes Rennen ist. Der Streifen wurde seinerzeit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als sehr düster kritisiert und war an den Kinokassen auch weniger erfolgreich als die anderen drei Teile. Für mich ist der Abenteuergeist jedoch in keinem der anderen Indy-Filme so sehr spürbar, wie in dem zweiten, und die Verfolgungsjagd in den Minen gehört bis heute zu den spannendsten Sequenzen eines Spielberg-Films.

Jedes hat natürlich seinen eigenen Geschmack und ich möchte auch nicht Spielbergs kritisieren, doch ich hoffe, dass er trotz seiner geringen Begeisterung für Tempel des Todes auch die Probleme von Königreich des Kristallschädels eingesehen hat. Das wäre sehr wünschenswert, bevor der den alternden Archäologen 2020 in Indiana Jones 5 zurückbringt.

Zum Abschluss eine Frage an Euch: welchen Teil der Reihe findet Ihr am schlechtesten und welchen am besten?

  • Dorit Hiller

    Ich mag die ersten drei Filme sehr. Den letzten eher nicht. Bin gespannt, wie Teil 5 wird.