Quellen: Blumhouse, Comingsoon

Neben Zombies und „Found Footage“-Geisterhorror ist vermutlich kaum eine Thematik in Horrorfilmen mittlerweile so ausgelutscht wie der Exorzismus. Seit William Friedkin 1973 mit Der Exorzist einen Genre-Meilenstein erschaffen hat, wurden unzählige, mal gute, aber viel häufiger sehr durchwachsene Beiträge zum Besessenheits- und Exorzismushorror produziert, die meist nach einem sehr ähnlichen Schema ablaufen. The Vatican Tapes, The Rite – Das Ritual, The Possession, Devil Inside und Erlöse uns von dem Bösen sind nur einige der jüngsten Beispiele aus dem Subgenre. Mit der Serienadaption „The Exorcist“ hat der Exorzismus sogar schon seinen Weg in eine wöchentliche Fernsehserie gefunden. Wenn das kein Zeichen ist für die Überreizung einer Thematik, dann weiß ich auch nicht.

Ein wenig interessanter wird es, wenn ein Film sich zumindest um eine neue Herangehensweise an das abgedroschene Thema bemüht, wie Brad Peytons Incarnate, der am 2. Dezember in die US-Kinos kommen wird. Darin bekommt der Exorzismus keine religiöse, sondern eine wissenschaftliche Komponente. Aaron Eckhart spielt in dem Film einen Wissenschaftler, der die Fähigkeit besitzt, in das Unterbewusstsein von Besessenen einzudringen. Auf diese Weise muss er versuchen, einen Jungen („Gotham“-Star David Mazouz) aus den Fängen eines mächtigen Dämons zu befreien. Um das zu schaffen, muss er sich jedoch den Schrecken seiner eigenen Vergangenheit stellen.

Im Prinzip klingt das nach einem klassischen Exorzismus-Film mit einem Inception-Twist. Das wird zwar das Rad auch nicht neu erfinden, eröffnet jedoch neue Möglichkeiten, sich kreativ und visuell auszutoben. Für Regisseur Brad Peyton ist der Film eine starke Abkehr von seinen bisherigen, deutlich massentauglicheren Werken wie Die Reise zur geheimnisvollen Insel und San Andreas. Neben Eckhart und Mazouz spielt auch die niederländische „Game of Thrones“-Darstellerin Carice Van Houten eine der Hauptrollen. Produziert wurde Incarnate von Blumhouse, der Firma hinter Insidious und Sinister. Unten findet Ihr einen soliden Trailer zum Film, das generische Filmplakat, das nicht von dem ungewöhnlichen Ansatz des Films erahnen lässt, sowie drei Filmbilder:

Incarnate Trailer & PosterIncarnate Trailer & Bilder 1 Incarnate Trailer & Bilder 2 Incarnate Trailer & Bilder 3

Auch wenn ich als Horrorfan mildes Interesse habe, Incarnate zu sehen, spricht es nicht für den Film, dass er bereits Ende 2013 abgedreht wurde und seitdem auf seine Veröffentlichung wartet. Wenn ein Film so lange verschoben wird, hat es meistens einen Grund, und zwar keinen guten. Einen deutschen Starttermin hat Incarnate noch nicht, doch es würde mich nicht überraschen, wenn er die Kinos hierzulande überspringen und direkt auf DVD und Blu-ray veröffentlicht werden würde.

Hat der Trailer bei Euch Interesse an dem Film geweckt?