Bridget Jones 3 ohne Hugh Grant

Quelle: The Guardian

Bridget Jones 3 ist eins von diesen Sequels, die sich seit einer gefühlten Ewigkeit in Arbeit befinden und irgendwann nur zu einem Mythos werden, wie Ghostbusters 3 (der neuerdings einfach als Reboot kommt) oder Bad Boys 3. Nur kann ich zumindest für meinen Teil nicht gerade behaupten, dass mich das besonders traurig macht. Ich fand den ersten Film bereits überschätzt und habe mir den zweiten gänzlich gespart. Okay, zugegeben, ich bin auch nicht gerade das Zielpublikum der Helen-Fielding-Adaptionen.

Dass die Filme (und die Romane) allerdings sehr viele Fans haben, haben die großen Erfolge der ersten beiden Teile gezeigt. Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück machte 2001 Renee Zellweger zu einem weltweiten Star und brachte ihr ihre erste Oscarnominierung ein. Mehr als $280 Millionen spielte der Film weltweit ein – sehr stark für eine romantische Komödie! Alleine in Deutschland sahen fast 4,3 Millionen Zuschauer Renee Zellweger zu, wie sie mit überflüssigen Pfunden und Männerproblemen zu kämpfen hatte. Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns lockte immer noch 2,3 Millionen Fans in die Kinos und brachte weltweit mehr als $260 Millionen ein. Sicher, insgesamt ging es im Vergleich zum Vorgänger etwas runter, doch es gab keinen Grund, die Reihe einzustellen. Oder doch? Immerhin gab es keine weiteren Bridget-Jones-Romane zu dem Zeitpunkt und Zellweger, mittlerweile Oscarpreisträgerin, hat einen anderen Karrierepfad eingeschlagen.

Doch vor etwa drei Jahren zeigte Universal wieder Interesse an Bridget Jones. De dritte Film sollte Bridget Jones’s Baby heißen. Zwar hat Helen Fielding seitdem auch schon einen dritten Roman veröffentlicht (der durch den Tod einer beliebten Figur die Leser schockierte), doch der neue Film soll nicht darauf basieren. Da Zellweger eigentlich nach dem zweiten Bridget Jones keine großen Erfolge im Kino verbuchen konnte und seit 2010 in keinem Film mehr mitgespielt hat, wäre sie sicherlich nicht abgeneigt, zu ihrer beliebtesten Figur zurückzukehren, auch wenn (Gerüchten zufolge) sie nicht über die Aussicht begeistert war, sich wieder Extra-Kilos anzufuttern. Zwischenzeitlich war auch Brautalarm-Regisseur Paul Feig im Gespräch für den dritten Film. Die Arbeit daran kam 2012 jedoch zum Stillstand, als Hugh Grant, einer der beiden männlichen Hauptdarsteller des Films (neben Colin Firth), sich mit dem Drehbuch unzufrieden zeigte. Damals wurde dies von Filmproduzenten Tim Bevan dementiert, doch es scheint was Wahres dran zu sein, dass Grant von Bridget Jones 3 nicht begeistert ist, denn der Schauspieler hat in einem Radio-Interview kürzlich verkündet, sich gegen den Film entschieden zu haben: (aus dem Englischen)

Ich habe mich entschieden, es nicht zu machen. Aber ich denke, dass sie trotzdem weitermachen werden und den Film ohne Daniel (Grants Filmfigur) drehen werden. Der Roman ist übrigens großartig, aber das Drehbuch ist ganz anders – zumindest das Drehbuch, das ich vor einigen Jahren gelesen habe.

Grant hat in der Reihe Daniel Cleaver gespielt, einen von zwei Männern in Bridget Jones' Leben (der andere ist der bodenständige Mark Darcy, gespielt von Colin Firth). Was mich überrascht, ist, dass ausgerechnet Grant dem Film eine Absage erteilt hat. Seine Karriere läuft seit einigen Jahren auch nicht mehr sonderlich gut. Die Zeiten von Megahits wie Ein Chef zum Verlieben, Notting Hill oder Vier Hochzeiten und ein Todesfall sind vorüber. Stattdessen hätte ich es eigentlich von Colin Firth erwartet, der seit seinem Oscarsieg für The King’s Speech und mit Filmen wie Dame, König, As, Spion oder A Single Man in einer ganz anderen Liga mitspielt.

Eine andere Frage stelle ich mir aber nebenbei auch – ist das Studio an einem dritten Film mit Zellweger in der Hauptrolle interessiert, obwohl sie seit kurzer Zeit überhaupt nicht mehr aussieht, wie sie selbst? Jeder, der in vergangenen Wochen viel im Internet unterwegs war, hat bestimmt massenhafte Meldungen zu ihrem drastisch veränderten Aussehen bemerkt. Auf die Bilder werde ich hier nicht verlinken, sie kann sicherlich jeder selbst finden, doch sie hat schlicht keine Ähnlichkeit mehr zu der Bridget Jones, die sie 2001 und 2004 gespielt hat.