Quelle: TVLine

Carrie Mathison wird noch lange rund um den Globus Terroristen für die CIA jagen. Wie der Showtime-Senderchef David Nevins bekanntgegeben hat, steht der Sender kurz davor, „Homeland“ um zwei weitere Staffeln zu verlängern. Noch ist die Verlängerung nicht unter Dach und Fach, doch es scheint sich lediglich um eine Formalität zu handeln. Damit würde die Serie die Gesamtzahl ihrer Staffeln auf acht bringen – genau so viele wie die Echtzeitserie „24“ (vor dem Revival „24: Live Another Day“), mit der „Homeland“ häufig verglichen wird. Natürlich wird „Homeland“ durch die nur 12 Episoden langen Staffeln nur halb so viele Folgen haben wie „24“, was dem Tempo der Serie auf jeden Fall gut tut.

Für alle Fans, die sich über eine gesicherte Zukunft der Serie freuen, gibt es jedoch auch einen kleinen Wermutstropfen. Nevins bestätigte nämlich, dass die sechste „Homeland“-Staffel nicht, wie üblich, im Oktober vom Stapel laufen wird, sondern erst im Januar 2017. Die klassische Oktober-Startposition von „Homeland“ nimmt beim Sender stattdessen die siebte Staffel von „Shameless“ ein.

Einerseits ist es immer schön, wenn die Serie, die man mag, gleich um mehrere Staffeln verlängert wird. Andererseits kann die Aussicht darauf, dass noch mindestens drei Staffeln kommen werden, manche auch entmutigen, die Serie überhaupt anzufangen oder weiterzuschauen, wenn sie wissen, dass sie damit eine sehr langfristige „Verpflichtung“ eingehen. So habe ich beispielsweise die Pauschal-Verlängerung von „Orange is the New Black“ um drei Staffeln dieses Jahr mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen.

Für „Homeland“ spricht, dass der Serie etwas gelungen ist, woran viele andere scheitern. Nach einer allgemein (zu Recht) als sehr schwach geltenden dritten Staffel, die durch überflüssige Nebenhandlungen (die Brody-Familie!) und einen zähen Erzählfluss viele Zuschauer vergraulte, hat sich „Homeland“ mit der vierten Staffel sehr gut gefangen und wurde nach einem Jahr Pause auch wieder als „Beste Dramaserie“ bei den Emmys nominiert. Ich bin gespannt, ob die ebenfalls sehr positiv aufgenommene fünfte Staffel (die übrigens komplett in Deutschland gedreht wurde und spielte) das auch schaffen wird. Um die Serie stets „frisch“ und relevant bleiben zu lassen, lautet das Konzept der Macher ab der vierten Staffel, in jeder Staffel die Location zu wechseln und stets die aktuellen geopolitischen Ereignisse miteinzubeziehen.

(es folgen SPOILER zum Finale der 5. Staffel und zum Auftakt der 6.)

So geht es für Carrie (Claire Danes) nach Islamabad in Staffel 4 und Berlin in Staffel 5 in der sechsten Staffel nach New York, wo die Season auch gedreht wird. Über die genau Handlung der neuen Staffel ist noch wenig bekannt, jedoch haben wir kürzlich erfahren, dass Rupert Friend, dessen Charakter Quinn am Ende der fünften Staffel augenscheinlich tödlich verletzt wurde, wieder im Haupt-Cast dabei sein wird. Quinn hat also überlebt, wird jedoch ein veränderter Mann sein, so Showrunner Alex Gansa: (aus dem Englischen)

Ich hoffe, er isst gerne durch den Schlauch. Wie sich Quinn in der neuen Season entwickeln wird, wird die Zuschauer sehr überraschen.

Schauspieler Rupert Friend fügte hinzu, dass der eiskalte Killer Quinn sich nach seiner Nahtod-Erfahrung von seiner intimeren und persönlicheren Seite zeigen wird.

Die sechste Staffel wird sich in einem ganz bestimmten Zeitraum abspielen – zwischen den US-Präsidentschaftswahlen im November und der Inauguration des Präsidenten im Januar, einer 72-Tages-Periode, die den Übergang von einem Präsidenten zum nächsten markiert. So bleibt „Homeland“ natürlich wieder nah an aktuellen Ereignissen, denn diesen November finden die heiß umkämpfen Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Laut Gansa ist es eine unsichere Periode, in der die Macht über das Amt von einem Präsidenten an den nächsten übergeben wird und diese Unsicherheit bringt Gefahren mit sich (und ruft vermutlich Terroristen auf den Plan, denen Carrie und Saul wieder entgegentreten werden).

Ob die sechste Staffel hierzulande bei Sat. 1, Kabel eins oder sonst irgendwo im Free-TV laufen wird, ist ebenfalls eine interessante Frage. Sowohl die vierte als auch die fünfte Staffel schrieben bei ihren Ausstrahlungen hierzulande katastrophale Quoten.