Hellboy 3 kommt nicht

Quelle: The Hollywood Reporter

Neben Dredd 2 ist Hellboy 3 vermutlich das ultimative Beispiel für ein Sequel, über das (insbesondere im Internet) seit Jahren geredet wird und bei dem die Fans an jedes Fünkchen Hoffnung klammern, ihn irgendwann noch zu sehen, auch wenn die Chancen wirklich verschwindend gering sind. Immer wieder machen dann die Stars der beiden Filme – Karl Urban bzw. Ron Perlman – vage Kommentare, die die Hoffnung wieder aufflammen lassen, nur damit kurze Zeit später diese von den Machern (Alex Garland bzw. Guillermo del Toro) zerstört wird. Gerade im Falle von Hellboy 3 ist das sehr frustrierend, weil der zweite Film nicht nur noch besser war als sein Vorgänger, sondern die Mythologie der Filme deutlich ausweitete und ein wahrlich apokalyptisches Finale in Aussicht stellte. Doch langsam müssen wir uns mit dem Gedanken abfinden, dass wir es nie zu sehen bekommen werden. Sogar Ron Perlman gab kürzlich die Hoffnung auf den Film auf, nachdem er letztes Jahr noch über Twitter eine Kampagne angetrieben hat, um die Dinge wieder ins Rollen zu bringen und einige wirklich interessante Plot-Details zu Hellboy 3 enthüllte. Letztlich ist Hellboy 3 eine Erinnerung daran, dass das Filmgeschäft eben ein Geschäft ist und obwohl die ersten beiden Filme durchaus erfolgreich waren, waren sie nicht erfolgreich genug, um einen dritten Film – für den del Toro ein gewaltiges Budget von $120 Mio veranschlagt hat – zu rechtfertigen.

In einem neuen Interview mit dem Meisterregisseur, sprach del Toro wieder einmal klare Worte hinsichtlich Hellboy 3 und weshalb der Film weiterhin nur Wunschdenken bleiben wird: (aus dem Englischen)

Hellboy 3 ist ein Wunsch, der nie in Erfüllung gehen wird, weil die ersten beiden Filme sehr erfolgreich in den Märkten waren, die nicht mehr existieren. Der Grund, weshalb es überhaupt Hellboy 2 gibt, ist nicht, weil die Studios den ersten Film leidenschaftlich liebten, sondern weil es aus der Sicht der Zahlen Sinn gemacht hat. Hellboy 1 war ein absoluter Riesenhit auf Blu-ray und in weiteren Märkten. Es war einer der ersten Filme, die auf Blu-ray veröffentlicht wurden, es gab viele Editions, in allen möglichen zusätzlichen Märkten im Heimkino lief er sehr gut. Der zweite lief auch gut in den Märkten, die es nicht mehr gibt. Es ist schwer, ein Studio davon zu überzeugen, wenn man diese Einnahmequelle verloren hat. Im Kino haben diese Filme gerade so ihre Kosten wieder eingenommen bzw. erreichten einen Punkt, an dem es Sinn ergab, eine Fortsetzung zu produzieren. Und es ist sehr schwer für sie vorzustellen, dass ohne diese potenziellen Zusatzeinnahmen, ein Sequel immer noch Sinn ergeben würde.

Tatsächlich hat Hellboy II – Die goldene Armee weltweit etwa $160 Mio bei $85 Mio Budget eingespielt. Da aber nicht einmal die Hälfte dieses Umsatzes an das Studio zurückfließt und das Budget die Marketingkosten nicht einschließt, konnte er tatsächlich erst im Heimkino auf schwarze Zahlen kommen. In den letzten Jahren sanken aber mit dem Aufkommen von Netflix und Amazon Video die Verkaufszahlen von DVDs und Blu-rays, sodass die Studios eben nicht mehr auf diese Einnahmequellen so zählen können wie früher. Insofern hat del Toro leider Recht, auch wenn ich immer noch denke, dass der Film machbar wäre, wären seine Budgetvorstellungen nicht so hoch.

Immerhin können wir uns demnächst auf einen neuen Film von del Toro freuen. Die Dreharbeiten zu The Shape of Water haben kürzlich in Toronto begonnen. In diesem übernatürlichen Drama vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs im Jahre 1963 spielen Sally Hawkins (Happy-Go-Lucky), Michael Stuhlbarg (A Serious Man), Octavia Spencer (The Help), Michael Shannon (Man of Steel) und del Toros Stammdarsteller Doug Jones mit. Nach dem mittelprächtigen Abschneiden von del Toros Crimson Peak an den Kinokassen und bei den Kritikern, wird The Shape of Water sein "kleinster" Film seit längerer Zeit werden.

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