Quelle: ABC Network

Das in meinen Augen bedauernswerteste Opfer der diesjährigen Upfronts ist die Marvel-Serie „Agent Carter“, die aufgrund niedriger Einschaltquoten nach nur zwei Staffeln eingestellt wurde. Dabei war die Serie ein charmantes Gegenstück zu den meisten anderen Marvel-Produktionen, allein schon durch das Vierziger-Setting aber auch durch die wundervolle Hayley Atwell in der Hauptrolle als Peggy Carter, die gezeigt hat, dass man auch ohne Superkräfte in diesem Universum richtig cool sein kann.

Wer die Hoffnung hegt, Netflix könnte die Serie ins eigene Programm retten, sollte diese vorerst begraben, denn Hayley Atwell hat sich in weiser Voraussicht noch vor der Bekanntgabe der Einstellung von „Agent Carter“ ein neues Serienprojekt gesichert, welches ab Herbst ausgestrahlt werden wird. Mit „Conviction“ bleibt sie dem Sender ABC treu, doch ihre neue Rolle könnte von der braven Peggy Carter kaum weiter entfernt liegen. Als Hayes Morrison spielt sie die Tochter des ehemaligen US-Präsidenten und ein richtiges Party-Girl, das gerne trinkt, kokst, eine große Klappe hat und ihr Talent als Anwältin vergeudet – bis sie wegen Kokainbesitz verhaftet wird und mit ihrem gutaussehenden Widersacher, dem New Yorker Bezirksstaatsanwalt Wayne Wallis (Eddie Cahill), einen Deal eingehen muss, um nicht im Knast zu landen und der Senatskampagne ihrer Mutter nicht zu schaden. Im Gegenzug muss Hayes für Wallis‘ neu gegründetes Conviction Integrity Unit arbeiten, in dem sie gemeinsam mit anderen Anwälten, Detektiven und Forensikern Fälle identifiziert, bei denen begründeter Verdacht einer fälschlichen Verurteilung besteht und die politische Macht ihrer Familie nutzt, um diese neu aufzurollen und für die Freilassung Unschuldiger zu kämpfen.

„Conviction“ klingt nach einem klassischen Procedural und sieht auch wie eins aus in dem Trailer, den ABC jetzt veröffentlicht hat:

Die Serie stammt vom Hitproduzenten Mark Gordon („Grey’s Anatomy“, „Criminal Minds“, „Quantico“), passt gut zu anderen ABC-Serien wie „How to Get Away with Murder“ und „Scandal“ und hat dadurch auf jeden Fall größeres Erfolgspotenzial als „Agent Carter“. Für mich wäre Atwell, die sichtlich Spaß an der Bad-Girl-Rolle hat, auch der einzige Grund reinzuschauen, denn ansonsten sieht „Conviction“ nach ziemlicher Schablonenware aus. Der Schauspielerin, die ich erstmals in der Miniserie „Die Säulen der Erde“ wirklich wahrgenommen habe, würde ich allerdings anhaltenden Erfolg im Fernsehen gönnen.