Hayden Christensen Marco Polo

Hayden Christensen in Die Herrrschaft der Schatten (2010) © Magnet Releasing

Quelle: The Hollywood Reporter

Ich weiß, man sollte Filmen nicht voreingenommen gegenüber sein, bevor man sie gesehen hat und erst recht nicht, bevor sie überhaupt produziert wurden, doch manchmal lese ich eine Meldung wie diese und denke mir nur: "Das wird so schlecht".

Der venezianische Händler und Weltenbummler Marco Polo, der im 13. Jahrhundert dafür sorgte, dass Europa mit der chinesischen Kultur in Berührung kam, scheint derzeit hoch im Kurs zu sein. Netflix hat über ihn bereits eine eigene Serie produziert (Staffel 2 ist in Arbeit), die bei den Kritikern jedoch bestenfalls mäßig weggekommen ist. Doch Paramount Pictures meint, Marco Polo gehört auch auf die Leinwand. Warum nicht, schließlich gibt sein Leben wirklich viel Material für einen interessanten historischen Film her. Aber nein, an Geschichtsunterricht ist man nicht interessiert. Paramounts Marco Polo soll ein Fantasyabenteuer werden, unter der Regie von Rob Cohen. An dieser Stelle hat das Projekt mich schon größtenteils verloren. Während ich mich mit der Idee eines Fantasyfilms über Marco Polo hätte vielleicht arrangieren können, ist Rob Cohen als Regisseur eigentlich nie ein gutes Zeichen. Ja, er legte den Grundstein für Fast & Furious, doch sein Film ist nicht einmal der beste der Reihe. Danach verzapfte er Quatsch wie xXx, Alex Cross und kürzlich The Boy Next Door, der als eine der lustigsten Komödien von 2015 durchgehen könnte, wobei der Humor gänzlich unfreiwilliger Natur ist. Erfahrungen mit Fantasyabenteuern in China hat er bereits in Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers gesammelt, der auch nicht gerade der größte Kracher war.

Nun zum Casting: eigentlich habe ich schon fast vergessen, dass er existiert, doch Hollywood offensichtlich nicht – Hayden Christensen wird Marco Polo spielen. Nachdem er für viele Star-Wars-Fans Darth Vader in der Prequel-Trilogie ruiniert hat, war Christensen im letzten Jahrzehnt noch in größeren Filmen wie Jumper und Takers zu sehen, verschwand aber in den letzten vier Jahren mehr oder weniger von der Bildfläche. Mit seiner Rückkehr ins Filmgeschäft in Outcast machte er bereits einen Ausflug nach China an der Site von Nicolas Cage (der Film ist angeblich so "gut", wie er sich liest). Um eine Sache klarzustellen: ich glaube nicht, dass Christensen ein durch und durch unfähiger Schauspieler ist. Noch vor seinem Anakin-Skywalker-Einsatz beeindruckte er als rebellischer Teenager in Das Haus am Meer. Doch bei schlechter Regie und entsprechendem Drehbuch läuft er zur Tiefstform auf und mit Rob Cohen im Regiestuhl sind die Voraussetzungen dafür leider geschaffen.

Um es also ganz kurz und knapp zusammenzufassen – ich könnte gut darauf verzichten.