Quelle: AMC

„Bei unserem Geschäft geht es nicht darum, Geld zu verlieren.“ Dieser Satz ist 2012 vom damaligen FOX-Präsidenten Kevin Reilly ausgesprochen worden, als es auf der Kippe stand, ob „Fringe“ um eine fünfte Staffel verlängert werden würde. Die Sci-Fi-Serie hatte zwar eine eingeschworene Fangemeinde, machte für den Sender jedoch aufgrund niedriger Einschaltquoten finanzielle Verluste, sodass Reilly die Situation auf den Punkt gebracht hat, denn schließlich geht es in diesem Geschäft um Profit.

Selten und deshalb besonders erfreulich ist es in diesem von Zuschauerzahlen dominierten Geschäft, wenn Sender an Serien festhalten, weil sie diese unbedingt im Programm behalten wollen, obwohl die Quoten eine klare Sprache sprechen. Die Gründe dafür können das Prestige sein, das bestimmte Serien dem Sender bringen oder es handelt sich einfach um Herzensprojekte der Senderchefs, an die sie wirklich glauben.

Nur diesen Faktoren hat die Serie „Halt and Catch Fire“ es zu verdanken, dass sie von AMC noch ausgestrahlt wird. Glaubt man den Kritiken, so handelt es sich bei „Halt and Catch Fire“ um die beste US-Serie, die niemand schaut. Von Staffel zu Staffel haben sich in den ersten drei Jahren der Serie die Kritiken gebessert und die Einschaltquoten verschlechtert. Als die dritte Staffel vor wenigen Tagen zu Ende ging, lagen die Quoten im Schnitt bei etwa 300,000 Zuchauern pro Folge, also etwa 2% von dem, was AMC mit einer regulären „The Walking Dead“-Episode vor die Fernseher lockt. Trotz guter Rezensionen, haben auch weder die Emmys noch die Golden Globes der Serie ihre Anerkennung ausgesprochen. Dass sie dennoch weiterläuft, ist dem unerschütterlichen Glauben des Senders an die Geschichte zu verdanken. Die Serie handelt vom Computer-Boom in den frühen Achtzigern und wird aus der Perspektive von drei Visionären (gespielt von Lee Pace, Scoot McNairy und Mackenzie Davis) erzählt.

AMC gibt die Serie nicht auf, sondern lässt sie stattdessen in Würde enden. Der Sender erteilte grünes Licht für eine finale vierte Staffel, die wieder aus zehn Episoden bestehen und nächstes Jahr ausgestrahlt werden wird. Die Serienschöpfer und Showrunner Christopher Cantwell und Christopher C. Rogers versprechen, dass sie die Serie auf einem kreativen Höhepunkt und mit einem zufriedenstellend abgeschlossenen Finale enden lassen werden.

Hierzulande hat Amazon Prime alle bisherigen Folgen der Serie veröffentlicht. Bei mir steht sie alleine schon aufgrund der Thematik lange auf der Must-See-Liste, die allerdings von Jahr zu Jahr unüberschaubarer wird, wovon sicherlich jeder Serienfan ein Lied singen kann.