Quelle: ABC

„Emergency Room“ ist mit 15 Staffeln nicht nur eine der längsten Primetime-Serien in US-Fernsehgeschichte, sie ist bis heute auch die am längsten ausgestrahlte Ärzte- bzw. Krankenhausserie in den USA (von den Seifenopern natürlich abgesehen). Doch „Grey’s Anatomy“ könnte diesen Rekord langfristig einstellen oder vielleicht sogar brechen. Als vor über zehn Jahren die Serien-Megahits „Dr. House“, „Desperate Housewives“, „Lost“ und „Grey’s Anatomy“ in der gleichen TV-Saison debütierten, konnte kaum jemand ahnen, dass eine dieser Serien erheblich länger durchhalten würde als die anderen drei. Während „Lost“ nach sechs Staffeln ihr Ende nahm und „Dr. House“ sowie „Desperate Housewives“ sich nach jeweils acht Jahren verabschiedeten und zu dem Zeitpunkt quotentechnisch nur noch Schatten ihrer selbst waren, läuft „Grey’s Anatomy“ aktuell putzmunter im 12. Jahr weiter und ans Aufhören ist nicht zu denken, denn ABC hat die Serie soeben um eine 13. Staffel verlängert!

Überraschend ist das nicht, denn auch nach 12 Jahren ist „Grey’s Anatomy“ nicht nur die erfolgreichste Shonda-Rhimes-Serie von ABCs „Thank God It’s Thursday“-Aufgebot (zu dem noch „Scandal“ und „How to Get Away with Murder“ gehören), sondern auch einer der zuverlässigsten Quotenbringer des Senders. Die Serie stand vor einer sehr großen Hürde, als sie während der 11. Staffel den Hauptdarsteller Patrick Dempsey und mit ihm die epische Romanze der Serie verlor. Doch die Fans zeigten mit ihrem Interesse, dass „Grey’s Anatomy“ ihnen mehr als nur die Beziehung zwischen Meredith und Derek bedeutet.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass ABC noch weiter als Staffel 13 denkt. „Arizona“-Darstellerin Jessica Capshaw hat im Sommer ihren Vertrag bis einschließlich Staffel 14 verlängert. Das muss natürlich nichts bedeuten (schließlich ging auch Dempseys Vertrag bis Staffel 12) es zeigt aber, dass der Sender nicht unbedingt ein definitives Ende nach Staffel 13 plant.

Ein Vorteil der Serie gegenüber „Emergency Room“ und möglicherweise auch der Grund für ihre beständige Popularität ist die Tatsache, dass ihr auch nach 12 Jahren immer noch vier Hauptdarsteller aus der ersten Staffel erhalten blieben: Chandra Wilson, Justin Chambers, James Pickens Jr. und natürlich Ellen Pompeo. Die Fans mussten in Vergangenheit zwar die schmerzlichen Verluste von Dempsey als Derek und Sandra Oh als Christina verkraften, doch es gibt immer noch eine gewisse Konsistenz in der Besetzung. „Emergency Room“ hat irgendwann die komplette Besetzung ausgetauscht und das würde bei einer Serie, in der der Nachname der Protagonistin im Titel steckt, vermutlich weniger gut funktionieren. Allerdings muss sich ABC erst die Beteiligung der genannten Darsteller für die 13. Staffel sichern. Ellen Pompeo verlängerte ihren Vertrag zuletzt um Staffeln 11 und 12 (damals gemeinsam mit Dempsey) und steht vor einer neuen Gehaltsverhandlung, die ihr möglicherweise eine nette Gehaltserhöhung bescheren wird, denn schließlich muss sie die Serie noch mehr denn je auf ihren Schultern tragen.

In Deutschland warten die Fans noch auf die Ausstrahlung der 12. Staffel bei ProSieben