Quelle: TVLine

Der generelle Trend scheint unumkehrbar zu sein. Auch wenn einige Serien noch erfolgreich dagegen ankämpfen, sinken die Einschaltquoten in den USA deutlich. Geschuldet ist das mehreren Faktoren. Einerseits liegt es an dem Aufkommen diverser, legaler Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime, Hulu und vielen anderen. Andererseits wird das zeitverzögerte Fernsehen immer beliebter, denn die Zuschauer wollen sich nicht durch das Fernsehprogramm den Tagesablauf bestimmen lassen. Fragt Euch selbst: wann habt Ihr zuletzt eine Serienfolge bei ihrer Erstausstrahlung live im Fernsehen gesehen?

Der Trend setzte sich auch zum Auftakt der TV-Saison 2016/2017 fort und es geht deshalb weniger um die Frage, ob eine Serie Zuschauer eingebüßt hat, sondern vielmehr wie viele es sind. Auch unter der Berücksichtigung des Trends war der Start der 3. „Gotham“-Staffel am Montag bei FOX eher schwach. Mit 3,9 Millionen Zuschauern für die erste Folge lag die Staffelpremiere 15% unter dem Start von Staffel 2 vor einem Jahr. In der werberelevanten Zielgruppe 18-49 gab es sogar einen Rückgang um 19% auf 1,3 Millionen Interessierte. Immerhin verbesserte sich „Gotham“ um 8% gegenüber dem Finale der zweiten Staffel, doch das sagt nicht viel.

Im Gegenteil schnitt die Premiere der 2. „Lucifer“-Staffel im Anschluss den Umständen entsprechend gut ab. Die erste Episode erreichte 4,4 Millionen Zuschauer insgesamt (und 1,3 Millionen in der Zielgruppe 18-49) und war damit die meistgesehene Folge der Serie, die nicht nach „Akte X“ ausgestrahlt wurde. Die ersten fünf Folgen der ersten Staffel hatten den großen Bonus, direkt nach den quotenstarken neuen „Akte X“-Folgen laufen zu dürfen und sobald „Akte X“ durch war, fielen die Zahlen von „Lucifer“ dramatisch. Jetzt zeigte die Serie, dass sie sich auch ohne ein starkes Vorprogramm solide halten kann. Natürlich baute „Lucifer“ gegenüber dem Serienstart 39% ab (und 46% in der Zielgruppe), doch verglichen mit ihrem ersten Staffelfinale ging es um 12% hinauf.

„The Big Bang Theory“ war wieder einmal die meistgesehene Serie des Abends, doch die Glanzzeiten der Sitcom nähern sich ihrem Ende. Trotz zahlreicher Gaststars für die 10. Staffelpremiere, darunter Katey Sagal als Mutter von Kaley Cuocos Penny, lockte die Folge 15,8 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme, 13% weniger als der Auftakt von Staffel 9 und weniger als jede Staffel seit der sechsten. Der Zielgruppenwert (3,8 Millionen 18-49-Jähriger) war sogar der niedrigste seit Staffel 2 und lag 19% unter dem Vorjahr. Natürlich sind es immer noch Zahlen, von denen andere Sender nur träumen können, doch auch „The Big Bang Theory“ verliert langsam Zuschauer.

Im Anschluss feierte die neue Kevin-James-Sitcom „Kevin Can Wait“ mit 11,1 Millionen Zuschauern, davon 2,6 Millionen in der Zielgruppe, Premiere. Es sind ähnliche Zahlen wie zum Start der letztjährigen post-„Big Bang“-Sitcom „Life in Pieces“, jedoch konnte „Kevin Can Wait“ einen größeren Anteil der Zuschauer vom Vorprogramm beibehalten. Die Kritiker- und Zuschauerreaktionen auf Kevin James‘ Rückkehr ins Seriengeschäft sind allerdings sehr verhalten, sodass ich mir gut vorstellen kann, dass die Zahlen in den nächsten Wochen rapide sinken werden.

Bei NBC feierte „The Good Place“ mit einer Doppelfolge ihre Vorpremiere. Die erste Episode der Serie mit Kristen Bell und Ted Danson erzielte 9,1 Millionen Zuschauer insgesamt und 2,6 Millionen in der Zielgruppe 18-49, während die zweite Folge auf 7 Millionen bzw. 2 Millionen kam. Gepaart mit guten Rezensionen sind die Aussichten gut für die offizielle Premiere der Serie am Donnerstag.

Unten findet Ihr die Trailer zu den beiden neuen Serien, „The Good Place“ und „Kevin Can Wait“: